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Aufmarsch der Rinder in Maishofen

Maishofen – „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten, verkauft!” hieß es am Donnerstag in Maishofen. Anlass war eine der bekanntesten Versteigerungen von Kälbern, Stieren und Großrindern in ganz Österreich. Video 

Unter den Zuchtbauern geniest diese Veranstaltung fast schon legendären Ruf. Die Gründe dafür sind laut Aussage der Bauern die sehr hohe Qualität der Tiere, die guten Zuchtbedingungen im Salzburger Land und die Höhenlage, v.a. auf den Almgebieten, in der das Vieh lebt. „Es kommen auch Landwirte aus Südtirol, Italien, Bayern und vielen Teilen Österreichs hier her zu uns nach Maishofen, weil sie wissen, dass hier Top-Qualität geboten wird”, erklärt Bruno Deutinger, Geschäftsführer vom Rinderzuchtverband Salzburg.

Über 300 Großrinder und gut 100 Kälber standen diesmal auf der „Verkaufsliste”. „Alle Tiere werden vorab streng kontrolliert und untersucht, damit jeder, der hier ein Vieh ersteigert auch lange glücklich damit ist”, schildert Deutinger die strengen Auswahlkriterien. Außerdem gäbe es genaue Aufzeichnungen, die bis in die 40er Jahre zurückreichen, und der Züchter könne darin die Abstammung des Tiers genau einsehen, fügt er noch hinzu.

Nach den, laut Deutinger, besten Zuchtviehpreisen im letzten Jahr – mit Spitzenpreisen über 3.000 Euro spürt man heuer auf den Versteigerungen die Folgen der Wirtschaftskrise. „Die sinkenden Produktpreise in der Landwirtschaft, v.a. natürlich der Milchpreis, erschweren den Zuchtviehverkauf und mindern derzeit auch den Preis. Man merkt die Probleme aber nicht nur an den schlechten Preisen, denn auch die Motivation und Stimmung in der bäuerlichen Bevölkerung ist derzeit alles andere als gut”, beschreibt Deutinger die Schwierigkeiten.

Milchpreis bedroht Existenz der Bauern

Ein großes Diskussionsthema unter den Bauern ist im Moment der Milchpreis, der ja wieder zu sinken droht. „Im letzten Jahr haben wir noch 45 Cent pro Liter bekommen und mittlerweile sind es nur noch 30 Cent. Wenn dieser Preis jetzt wirklich noch weiter gesenkt wird, dann kostet die Milchproduktion fast schon mehr, als man letztlich dafür bekommt. Das ist wirklich extrem bedenklich, denn schließlich leben die meisten von uns davon. Wenn nicht bald etwas dagegen unternommen wird, dann werden viele Bauern ums Überleben kämpfen müssen und dieser Kampf ist nur schwer zu gewinnen”, erläutert ein Bauer aus Großarl die Milch-Problematik. Viele Bauern sehen den Spielball bei der EU und den Politikern, denn diese seien schließlich dafür zuständig. Beim Handel liege die Problematik ja nicht, denn dort blieben die Preise ja konstant und auch von Konsumentenseite gäbe es keine Forderungen nach billigerer Milch. „Als Bauer hat man doch null Chance um hier etwas zu erreichen. Du musst täglich hart arbeiten um am Ball zu bleiben. Die Zeit zum Protestieren, die Lehrer haben, haben wir einfach nicht”, meint hierzu ein aus der Steiermark angereister Landwirt.

Gerald Weiskopf

Salzburg24 besuchte die Zuchtrinderversteigerung in Maishofen:

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(Quelle: S24)

Aufgerufen am 10.05.2021 um 07:20 auf https://www.salzburg24.at/archiv/aufmarsch-der-rinder-in-maishofen-59616004

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