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Aufregung um angeblich uniformierte Neonazis in Salzburger Diskothek

In einer Salzburger Diskothek sollen sich seit Jahren immer wieder Neonazis in Uniform treffen. Unter den Gästen sei auch ein Mann gewesen, der bereits wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung vorbestraft ist, berichteten Medien am Montag.

Vor allem bei einer bestimmten Veranstaltungsreihe seien immer wieder Uniformierte aufgetaucht und hätten sich dort in die Masse der Besucher gemischt. Im Internet sind auch einige Fotos zu finden, die Frauen in BdM-Kleidung (Bund deutscher Mädchen) zeigen. Die Fotos stammen aus den Jahren 2006 bis 2008. Darauf zu sehen sei auch ein 25-jähriger Österreicher, der in Deutschland schon wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung verurteilt worden sei. Das bayerische Innenministerium habe den Mann wörtlich als Neonazi bezeichnet, hieß es. Im “Cave Club” soll er mehrmals als Türsteher gearbeitet und an einem Abend eine Uniform getragen haben, die jener der SS stark ähnelt.

Die Veranstaltungsreihe gehöre zur sogenannten Gothic-Szene. Dort seien auch Leute beheimatet, die die Ästhetik von Uniformen mögen, reagierten die Organisatoren. Dies habe aber meistens einen sexuellen Hintergrund und keinen politischen. Und von dem Türsteher habe man sich getrennt, als man erfahren habe, dass er praktizierender Neonazi sei. Es habe auch Bemühungen der rechten Szene gegeben, in der Disco Fuß zu fassen, “allerdings fielen die auf keinen fruchtbaren Boden – mit denen wollte keiner etwas zu tun haben”, zitierte der ORF die Veranstalter.

Der Salzburger Staatsanwaltschaft liege noch keine Anzeige vor, sagte Mediensprecherin Barbara Feichtinger am Nachmittag auf Anfrage der APA. Im Stadtpolizeikommando Salzburg waren die Medienberichte über angeblich neonazistische Besucher in einer Salzburger Diskothek am Montag Thema einer Dienstbesprechung. Das zuständige Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) wollte aus “kriminaltaktischen Gründen” den aktuellen Stand der Ermittlungsarbeit nicht preisgeben.Das LVT habe in Salzburg mehrere Lokale mit musikalischen Veranstaltungen unter Beobachtung, wo Vorfälle “im rechtsextremen Bereich stattfinden”, sagte der stellvertretende Leiter Karl-Heinz Pracher. “Aufgrund der Sensibilisierung der Behörden und Exekutive kommen sehr gute Informationen zurück.” In den vergangenen zwei, drei Jahren galt Salzburg als Ausweichort für rechtsextreme Gruppen vor allem aus Deutschland und Oberösterreich, “das haben wir aufgrund verstärkter Kontrollen gut in den Griff bekommen. Rechtsextreme Personen ziehen sich jetzt vermehrt in die Privatsphäre zurück.” Der letzte größere Vorfall habe sich im März 2007 in einem Gasthaus St. Johann im Pongau zugetragen. Dort löste die Polizei ein Treffen von 60 Aktivisten auf.
(Quelle: S24)

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