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Bankchef in Liechtenstein erschossen - Suche nach Jürgen Hermann geht weiter

Balzers (FL) - Ein 48-jähriger Bankchef ist am Montag in der Früh in Liechtenstein in der Tiefgarage einer Bank erschossen worden. Der als bewaffnet und gefährlich geltende Täter ist entkommen. Zwar geht die Polizei inzwischen von seinem Suizid aus, die Fahndung läuft aber auch am Dienstag unverändert weiter.

Die Suche nach dem verdächtigen Ex-Fondsmanager Jürgen Hermann blieb auch in der Nacht auf Dienstag ebenso erfolglos wie die Suche nach der Tatwaffe.

Keine Spur von Jürgen Hermann

Ein Helikopter suchte in der Nacht das Gebiet um den Rheindamm bei Ruggell mit einer Wärmebildkamera ab. Am Dienstag soll die Gegend erneut mit Suchhunden durchkämmt werden.

Die Selbstmordtheorie der Polizei konnte damit noch nicht bestätigt werden. Sie beruht auf am Rheinufer gefundenen persönlichen Gegenständen von Jürgen Hermann. Darunter auch sein Reisepass mit Notizen, die laut Polizei den Charakter eines Abschiedsbriefes haben.

Bankchef in Balzers erschossen

Gegen 7.30 Uhr ereignete sich am Montagmorgen in einer Tiefgarage eines Geldinstitutes ein Tötungsdelikt, bei dem ein 48-jähriger Mann erschossen wurde. Das Opfer fuhr zuvor mit seinem Pkw in die Tiefgarage der Frick Bank. Der mutmaßliche Täter folgte dem Auto des Opfers zu Fuß durch das offene Garagentor. Die tödlichen Schüsse fielen, nachdem das Opfer sein Auto abgestellt hatte und aus dem Auto ausgestiegen war. Gefunden wurde das Opfer von einem anderen Bankangestellten.

Bei dem Opfer handelt es sich um Jürgen Frick, den Geschäftsführer der Bank. Beim flüchtigen Tatverdächtigen handelt es sich um Jürgen Hermann aus Mauren.

Selbstmord wahrscheinlich

Hermann ist nach polizeilichen Erkenntnissen bewaffnet und gefährlich, die Fahndung der Landespolizei läuft auf Hochtouren. Ermittlungen haben ergeben, dass der Tatverdächtige mit einem Fluchtfahrzeug unterwegs gewesen sein dürfte. Dabei handelt es sich um einen weiss-grauen Personenwagen der Marke "Smart" mit Liechtensteiner Kennzeichen. Mittlerweile konnte das Fluchtfahrzeug in Ruggell (FL) aufgefunden werden.

Suche in Ruggell

Die Polizei teilte am Montag Nachmittag mit, dass der gesuchte Jürgen Hermann vermutlich Selbstmord begangen hat. Am Rheinufer wurden seine persönlichen Sachen gefunden. Unter anderem ein Personalausweis und ein Reisepass. Im Reisepass wurden handschriftliche Notizen gefunden, die als Abschiedsbrief und Tatgeständnis gedeutet werden können.

Polizeichef Jules Hoch im Interview

Das Gebiet wird großflächig mit Polizisten, Suchhunden sowie Helikoptern nach dem Tatverdächtigen abgesucht. Hinweise zu einem allfälligen Aufenthaltsort des Tatverdächtigen sind an die Landespolizei Liechtenstein unter +423/ 236 71 11 erbeten.

Millionenkläger

Der ehemalige Erfinder führt seit Jahren einen Kampf gegen Banken und das politische Establishment, die er für seinen Ruin als Fondsmanager verantwortlich macht. Erst am Freitag hatte er wieder E-Mails verschickt, in denen er den Kleinstaat als "Fürstendumm Scheissenstein" bezeichnete. Das Bankhaus Frick war Hermanns Hausbank. Das Fürstentum klagte er vor ein paar Jahren auf 200 Millionen Franken Schadenersatz, angeblich deshalb, weil die Finanzmarktaufsicht seine Gesellschaft und ihre Fonds unter Beobachtung (Monitoring) stellte. Auf seiner Homepage bezeichnete sich Hermann selbst als "Robin Hood von Liechtenstein und Staatsfeind Nr.1?.

Stefan Gstöhl (Landespolizei FL) im Interview

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(Quelle: S24)

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