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"Bei Anruf Tod. Handy weg am Steuer!": Neue Verkehrssicherheitsaktion

Das Verkehrsressort des Landes Salzburg und die Polizei präsentierten am Freitag eine landesweite Verkehrssicherheitsaktion zum Thema Handy am Steuer.

Handytelefonieren ist eine der häufigsten Nebentätigkeiten beim Autofahren. Ablenkung gehört ? nach überhöhter Geschwindigkeit und Vorrangverletzung ? zu den Hauptunfallursachen auf Österreichs und Salzburgs Straßen. Die Problematik des Handytelefonierens fasst Rainer Kolator, Leiter des KFV Salzburg zusammen: ?Erstens besteht eine physische Ablenkung durch die Bedienung des Gerätes. Zweitens richtet sich das Bewusstsein mehr auf den Gesprächsinhalt und weniger auf den Straßenverkehr?. ?Das Einhalten der Verkehrsregeln ist ein Sicherheitsgebot, um Unfälle und Verletzungen zu reduzieren. Mit dem Salzburger Verkehrssicherheitsprogramm ?Gib8!? und den dazugehörigen Verkehrssicherheitsaktionen erhöht  das Land Salzburg gemeinsam mit den Partnern die Sicherheit auf Salzburgs Straßen?, betont Verkehrsreferent LH-StV. Dr. Wilfried Haslauer.

Handy nur mit Freisprecheinrichtung erlaubtIn Österreich ist seit 1. Juli 1999 telefonieren am Steuer nur unter Verwendung einer Freisprecheinrichtung erlaubt. ?Außerdem ist in der StVO geregelt, dass Lenker eines Fahrzeuges nur erlaubt ist, wenn der Lenker vom Verkehrsgeschehen nicht abgelenkt ist?, erläutert Oberst Friedrich Schmidhuber, Leiter der Verkehrsabteilung bei Landespolizeikommando, die rechtliche Situation. Diese Strafe darf momentan aber nur verhängt werden, wenn der Fahrer angehalten wird. Handy-Lenker in Fahrt können nicht angezeigt werden. Das KFV kritisiert diese Gesetzeslage und plädiert für eine einfachere Strafverfolgung und wirksame Kontrollen in Form von Schwerpunktaktionen oder (Doppel-)Auswertung von Radarfotos.

Immer mehr telefonieren am Steuer Bei der vorjährigen KFV-Befragung von Salzburger Autofahrern gaben 86 Prozent an, dass sie häufig beim Autofahren telefonieren, obwohl nur knapp die Hälfte (48 %) der befragten Lenker eine Freisprecheinrichtung besaß. Im März 2011 wurden über 2.000 Salzburger Autofahrer beobachtet: Dabei war Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung die häufigste Nebentätigkeit. Bei der Befragung im Vorjahr gaben immerhin 16 Prozent der Salzburger Befragten zu, am Steuer SMS zu lesen. ?SMS am Steuer zu lesen oder gar zu schreiben ist extrem fahrlässig und daher auch verboten?, so Schmidhuber ?Der Blick richtet sich auf das Handy, anstatt auf das Fahrgeschehen. Wichtige Gefahrenquellen können nicht mehr wahrgenommen werden.?

?Bei Anruf Tod. Handy weg am Steuer!?? Plakate im ganzen Bundesland

Großformatige Plakate (120 x 170 cm) werden in allen Bezirken auf die landesweite Aktion ?Bei Anruf Tod. Handy weg am Steuer!? hinweisen und die Autofahrer im Straßenraum auf das Thema aufmerksam machen. Die Lenker sollen dazu animiert werden, nicht während des Fahrens zu telefonieren. Auch Transparentaktionen an Kreuzungen in der Stadt Salzburg werden auf das Problem aufmerksam machen. Zusätzlich gibt es Plakate für Gemeinden, Polizeiinspektionen, Schulen, etc. Rolling-Boards und Stadtbus-Aufkleber unterstützen die Bekanntheit der Aktion. ?Neben den sehr wichtigen Kontrollen durch die Salzburger Polizei ist es auch entscheidend, die Gefahren im Straßenverkehr ins Bewusstsein aller, die auf den Straßen unterwegs sind, zu rufen?, sagt Haslauer. Die Befragung der Autofahrer hat gezeigt, dass die Hälfte der Autofahrer davon überzeugt ist, dass Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung die Fahrtauglichkeit des Lenkers sehr oder etwas einschränkt. 

Verstärkte Handy-Kontrollen

Die Polizei führt Kontrollen in Form von Aktionstagen mit landesweit koordinierten Kontrollschwerpunkten durch. Bei diesen Anhaltungen werden auch kleine Informationsfolder verteilt. Der Folder ist praktischerweise als ?Post-It?-Notizblock gestaltet und für das Handschuhfach gedacht.

Das Fahrverhalten leidet unter der motorischen Behinderung

Die Einschränkung der Bewegungsmöglichkeit durch das Hantieren mit dem Handy schlägt sich im Fahrverhalten deutlich nieder. Zwar wird die Geschwindigkeit verringert, die Fahrleistung verbessert sich aber dadurch nicht. Gaspedal und Lenkrad werden abrupter und hastiger betätigt. Nachfolgende Fahrer können das Verhalten des Vordermanns daher schwer einschätzen. Außerdem konnte beobachtet werden, dass Fahrer mit Handy am Ohr bei Abbiegemanövern häufiger auf die Gegenfahrbahn oder über die Randlinie ausscheren. Vermehrtes Kurvenschneiden ist ein weiterer negativer Nebeneffekt, beim Blinken verhalten sich nur 25 Prozent der Telefon-Fahrer richtig. Telefonierende Lenker erkennen außerdem wesentlich später das Verlangsamen eines vorausfahrenden Fahrzeugs. Die Reaktionszeit beim Aufleuchten der Bremslichter ist ebenfalls deutlich erhöht. Auffahrunfälle sind bei telefonierenden Lenkern deswegen auch extrem überrepräsentiert. Dramatisch ist die Situation für die ungeschützten Verkehrsteilnehmer: Bei Beobachtungen des KFV drosselten über 70 Prozent der Handy-Fahrer weder das Tempo, noch hielten sie an, wenn ein Fußgänger am Zebrastreifen die Straße queren wollte.

Besser mit Freisprecheinrichtung

Das KFV empfiehlt grundsätzlich während des Lenkens nicht zu telefonieren. Für all jene, die glauben, nicht ohne Handy während der Fahrt auszukommen, ist eine Freisprecheinrichtung empfehlenswert. Heutige Bluetooth-Modelle sind wesentlich einfacher in der Handhabung (auch bei wechselnden Handy-Modellen), kommen ohne Kabel aus und kosten nicht mehr als eine Handy-Strafe (? 50.-).

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 08.12.2019 um 07:31 auf https://www.salzburg24.at/archiv/bei-anruf-tod-handy-weg-am-steuer-neue-verkehrssicherheitsaktion-59174215

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