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Berkut-Polizisten wegen Mordverdachts verhaftet

Ermittlungen gegen frühere Berkut-Polizei Salzburg24
Ermittlungen gegen frühere Berkut-Polizei

In der Ukraine sind zwölf Mitglieder der inzwischen aufgelösten Berkut-Bereitschaftspolizei wegen des Verdachts auf Massenmord während der Proteste gegen die Regierung verhaftet worden. Den Polizisten wird vorgeworfen, friedliche Demonstranten erschossen zu haben, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag sagte.

Es handle sich um Mitglieder der "Schwarzen Einheit", einer Spezialtruppe innerhalb der Berkut (Steinadler). "Die Polizisten wurden für Sondereinsätze trainiert, zu denen auch die Tötung von Menschen gehört", sagte der Sprecher. "Sie wurden direkt vom Präsidialamt überwacht."

Mehr als 100 Menschen kamen bei den Demonstrationen gegen den damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch in der Hauptstadt Kiew ums Leben, viele wurden von Scharfschützen der Polizei erschossen. Verantwortlich dafür wurden die Mitglieder der Berkut gemacht. Die Polizei-Organisation wurde Ende Februar aufgelöst.

Gegründet wurde die 3.000 Mann starke Einheit vor allem zur Verbrechensbekämpfung in der Ex-Sowjetrepublik. Die Berkut-Angehörigen trugen gefleckte Tarnanzüge und waren auch mit Schnellfeuerwaffen und Schützenpanzerwagen ausgerüstet. Viele Mitglieder der Sonderheit klagten allerdings, dass ein vergleichsweise niedriges Gehalt von umgerechnet 350 Euro im Monat kaum einen engagierten und effektiven Staatsschutz fördere.

Neben den Berkut- gibt es noch die Tiger-Einheiten in schwarzen Uniformen. Sie wurden ebenfalls eingesetzt, um Demonstranten in Kiew zurückzudrängen. Die verschiedenen mit Raubtiernamen bezeichneten Formationen waren nach dem Zerfall der Sowjetunion bereits Anfang der 1990er-Jahre entstanden.

(Quelle: S24)

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