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Berufungsprozess gegen OPEC-Terrorist in Paris

Am 13. Mai beginnt in Paris ein Berufungsverfahren gegen den ehemaligen Top-Terroristen "Carlos", der im Dezember 2001 in erster Instanz wegen vier Attentaten in Frankreich zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Dem Venezolaner wird auch der Überfall auf die OPEC-Zentrale in Wien im Dezember 1975 angelastet, für den er nie verurteilt wurde. Bei dem Angriff kamen drei Menschen ums Leben.

Die Terroristen, in deren Hand sich Dutzende Geiseln befanden, flohen damals mit einem gekaperten Flugzeug über Algerien in den Nahen Osten. Vor ihrem Abflug wurde "Carlos" vom damaligen österreichischen Innenminister Otto Rösch auf dem Flugfeld in Schwechat per Handschlag verabschiedet, was diesem später heftige Kritik eintrug.

Der Venezolaner, der mit richtigem Namen Ilich Ramirez Sanchez heißt, hatte mit der Anschlagserie in den Jahren 1982 und 1983 insgesamt elf Tote und 150 Verletzte verursacht. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft angeklagt ist auch die heute 69-jährige Deutsche Christa Fröhlich, die in erster Instanz freigesprochen worden war und nach wie vor flüchtig ist. Nach Gerichtsangaben vom Mittwoch soll der Prozess am 5. Juli enden.

"Carlos" büßt bereits eine lebenslange Haft in Frankreich ab, die im Jahr 1997 von einem Pariser Gericht wegen der Tötung von drei Männern, darunter zwei Polizisten, im Jahre 1975 in Paris, über ihn verhängt worden war. Der 63-Jährige befindet sich seit 1994 in Frankreich in Haft, nachdem er im Sudan von französischen Spezialeinheiten festgenommen worden war. 2011 hatte das Gericht beschlossen, dass "Carlos" in den nächsten 18 Jahren nicht vorzeitig freigelassen werden darf.

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