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Bosnier von Vergewaltigung einer Salzburger Gehörlosen freigesprochen

Im fortgesetzten Prozess gegen einen 36-jährigen Bosnier, der im September des Vorjahres seine 22-jährige Wohnungsnachbarin in einem Salzburger Gehörlosenheim vergewaltigt haben soll, ist am Dienstag ein Freispruch im Zweifel ergangen.

Das teilte der Präsident des Landesgerichtes Salzburg, Hans Rathgeb, auf Anfrage mit. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Bosnier beteuerte seine Unschuld. Er habe die Frau nicht zum Geschlechtsverkehr gezwungen, erklärte er dem vorsitzenden Richter Roland Finster. Auch einige Bewohner des Gehörlosenzentrums bezeugten, dass die 22-Jährige freiwillig mitgemacht habe. Ein Kriminalpolizist, der mit den Ermittlungen betraut war, berichtete, dass sie ihm einen Zettel mit den Worten "keine Vergewaltigung" vorgelegt habe. Staatsanwältin Barbara Feichtinger gab nach der Urteilsverkündung keine Erklärung ab.

Laut Staatsanwältin habe es der Mann schamlos ausgenutzt, dass er der einzige sei, der reden könne. "Sie erschleichen ihr Vertrauen, um etwas zu erreichen", hatte Feichtinger dem 36-jährigen Bosnier am ersten Prozesstag am 16. Februar vorgeworfen. "Die Frau hatte den Geschlechtsverkehr keineswegs geduldet."

Auf Anraten ihres schwerhörigen Freundes zeigte die 22-Jährige den Vorfall schließlich an. Er habe sie zur Anzeige nicht gezwungen, aber beeinflusst, sagte der Freund vor Gericht aus. Gegenüber Polizei und Justiz gab die Frau an, dass sie von dem Beschuldigten vergewaltigt worden sei. Der Bosnier wohnte damals mit seiner gehörlosen Frau und den beiden minderjährigen Kindern in dem Heim. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.08.2019 um 10:52 auf https://www.salzburg24.at/archiv/bosnier-von-vergewaltigung-einer-salzburger-gehoerlosen-freigesprochen-59182381

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