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Brand in Wiener Innenstadt soll gelegt worden sein: Mieter wird gesucht

Einsatz bei Brand in der Innenstadt APA
Einsatz bei Brand in der Innenstadt

Verdacht auf Brandstiftung: Jener Wohnungsbrand, der Mittwoch früh am Hohen Markt ausgebrochen ist, war offenbar gelegt. Man fand Benzinkanister in dem betroffenen Haus. Die Polizei sucht den Wohnungsmieter, einen Mietnomaden, dem die Delogierung drohte.

Wie Polizeisprecherin Adina Mircioane mitteilte, wurden in dem Haus an der Kreuzung mit der Marc-Aurel-Straße Benzinkanister gefunden. Auch wie das Feuer entstanden ist, dürfte auf Brandstiftung hindeuten. Eine 23-jährige Frau wurde von einer umstürzenden Wand getötet.

Lauter Knall bei Innenstadt-Brand

Das Feuer war gegen 4.30 Uhr im vierten von zehn Stockwerken ausgebrochen. Zeugen berichteten von einem lauten Knall. Nicht zuletzt die Geschwindigkeit, mit der die Flammen um sich griffen, dürfte auf Benzin als Brandbeschleuniger hindeuten.

In einer Nachbarwohnung stürzte eine Wand um und begrub die 23-Jährige unter sich. Nachdem „Brand aus" gegeben und mit den Aufräumarbeiten begonnen worden war, fanden Feuermänner dort den Leichnam der jungen Frau.

Die Identität des Opfers konnte bereits geklärt und die Angehörigen verständigt werden. Dass der Brandanschlag der jungen Frau gegolten haben könnte, schloss die Polizei dezidiert aus.

Delogierung drohte dem Wohnungsmieter

Die Polizei sucht nach dem Brand in dem Wohnhaus in der Wiener Innenstadt nach einem 44-jährigen Mann, der das Appartement gemietet hatte, in dem das Feuer gelegt worden war.

Laut Polizeisprecherin Adina Mircioane hätte der Selbstständige am Mittwoch delogiert werden sollen.

Mietnomade spurlos verschwunden

Bei dem Appartement in dem Haus am Hohen Markt/Ecke Marc-Aurel-Straße handelt es sich um zwei zusammengelegte Wohneinheiten im Eigentum. Die Besitzer hatten die Wohnung an den 44-Jährigen vermietet, der seit geraumer Zeit aber den Mietzins schuldig geblieben sein dürfte.

Bei dem Mann dürfte es sich um einen in einschlägigen Kreisen nicht unbekannten Mietnomaden handeln. Von dem 44-Jährige fehlte zunächst jede Spur.

Brand am Hohen Markt: 17 Verletzte

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte schlugen bereits Flammen und dichter, schwarzer Rauch aus einer Wohnung im dritten Stock.  Sofort wurde mit den Löscharbeiten begonnen und parallel dazu das Haus evakuiert. 17 Personen sind bei dem Wohnungsbrand Mittwochfrüh am Hohen Markt in der Wiener Innenstadt verletzt worden. Von den Verletzten wurden zehn Personen von der Rettung ambulant an Ort und Stelle betreut.

Sieben weitere Personen seien ebenfalls mit leichten Rauchgasvergiftungen zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden, sagte Ronald Packert, der Sprecher der Wiener Berufsrettung. Darunter waren fünf Kinder im Alter von zwei, drei, fünf, sechs und 15 Jahren sowie eine 33-Jährige und ein 52-jähriger Bewohner.

50 Personen evakuiert

Insgesamt wurden 50 Personen wegen des Brandes evakuiert. Die Feuerwehr brachte die Personen mit Fluchtfilterhauben durch das Stiegenhaus ins Freie, berichtete Pressesprecher Gerald Schimpf. Die 34 unverletzt gebliebenen Hausbewohner wurden wegen der niedrigen Temperaturen in der Nacht in einem Bus der Wiener Linien betreut.

Die weitaus meisten von ihnen konnten im Lauf des Tages in ihre Appartements zurückkehren. Nach Ersatzwohnungen bestand zunächst kein Bedarf, sagte ein Sprecher der Magistratsdirektion. Sollte es notwendig, stehe man jederzeit bereit.

Glasschäden auch im Umkreis

Bei der Feuerwehr waren zu dem Brand nach der starken Rauchentwicklung mehrere Anrufe eingegangen. Dabei wurde laut Schimpf auch von einem "lauten Knall" berichtet. Zahlreiche Fenster zersplitterten sowohl in dem betroffenen Gebäude als auch in dem Wohnhaus gegenüber, in dem im Erdgeschoß eine Bankfiliale untergebracht ist.

Auch hier wurden die Auslagenscheiben beschädigt, an der Kreuzung zur Marc-Aurel-Straße lagen unzählige Glassplitter auf der Fahrbahn und den Gehsteigen verteilt. Durch die offensichtlich im Zuge des Brandes stattfindenden Explosionen wurden immer wieder zahlreiche Gegenstände, Fensterteile und Fassadenteile auf die Straße geschleudert, weshalb auch seitens der Polizei ein Verkehrssperrkreis errichtet wurde. Wegen der Straßensperre wurde in der Früh auch der Fahrbetrieb der Buslinien 1A, 2A und 3A eingestellt.

Großeinsatz bei Feuer in Wien

Das Feuer habe sich rasch ausgebreitet, ein Übergreifen auf die darüberliegenden Stockwerke sei aber verhindert worden, sagte Schimpf. Rund zwei Stunden später durften dann die Ermittler das Haus betreten.

Die Feuerwehr war mit 70 Einsatzkräften zu dem Feuer ausgerückt. Von der Wiener Berufsrettung waren insgesamt 30 Sanitäter und Notärzte im Einsatz.

Aufgrund des derzeitigen Ermittlungsstandes ist von einer Brandstiftung auszugehen. Der Aufenthalt des 44-jährigen Mieters jener Wohnung, in welcher der Brand gelegt wurde, ist derzeit noch unbekannt. Die Ermittlungen durch das Landeskriminalamt Wien sind noch im Gange.

(apa/red)

(Quelle: S24)

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