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Brandstifter von der Erentrudisalm vor Gericht

Salzburg-Stadt – Im Sommer 2008 hielt ein Brandstifter die Feuerwehren in und um Salzburg in Atem. Am Donnerstag wurde der Mann – nicht rechtskräftig – zu sechs Jahren Haft verurteilt. Er soll auch den Brand auf der Erentrudisalm zu verantworten haben.

Vor einem Salzburger Schöffensenat musste sich am Donnerstag jener 48-Jährige gebürtige Steirer verantworten, der verdächtigt wird im Sommer 2008 drei Brände gelegt zu haben. Erwin P. bekennt sich zweier Brandstiftungen schuldig – er bestreitet jedoch den Brand in seiner eigenen Wohnung in der Salzburger Alpenstraße absichtlich gelegt zu haben. Der Mann ist bereits mehrfach einschlägig vorbestraft. 

Das Gericht sprach den Mann am Nachmittag schuldig, einen Brand fahrlässig und zwei weitere vorsätzlich herbeigeführt zu haben. Er wurde zu sechs Jahren unbedingter Haft verurteilt. Erwin P. soll in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen werden. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, es wurde keine Stellungnahme abgegeben.

Das erste Feuer dieser Serie brach in der Nacht zum 30. Juli 2008 kurz nach Mitternacht in einem Mehrparteienhaus in der Salzburger Alpenstraße aus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, dass er den Brand absichtlich gelegt hat. Anschließend soll er mit einem Rucksack voll Proviant und Kleidung aus dem Haus gegangen sein. Nachdem er sich bei einer gegenüberliegenden Tankstelle mit Bier eingedeckt hatte, soll er den Brand von den Stufen der Sporthalle in der Alpenstraße aus beobachtet haben. Dies bestreitet der 48-Jährige jedoch. Vor Gericht will er dazu keine Stellung abgeben.

Der Angeklagte gibt an, sich in den darauffolgenden Tagen in den Wäldern von Elsbethen aufgehalten zu haben. Genau dort brannte es am 7. August zwei Mal. Erst ging die Erentrudisalm in Flammen auf, wenig später brannte die Wolkenmühle lichterloh. Der Angeklagte gibt in der Verhandlung zu, die Brände gelegt zu haben, will aber auch dazu nicht mehr sagen.

Vor Gericht kamen am Donnerstag zwei Sachverständige zu Wort. Auf Antrag des Verteidigers wurde während der Ausführungen des psychiatrischen Gutachters die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft leidet Erwin P. jedoch an einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung. Er wird als psychopathischer Pyromane eingestuft. Außerdem ist er schwerer Alkoholiker, wie er auch der Richterin gegenüber zugibt. Staatsanwalt Karl-René Fürlinger plädierte bereits beim Vortragen der Anklageschrift auf eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher im Falle eines Schuldspruches.

Der Brandgutachter sprach von Glück im Unglück. Beim ersten Feuer verhinderte der Morgentau ein Übergreifen der Flammen auf den angrenzenden Wald. Im Fall des Brandes in der Wolkenmühle verlangsamte die starke Rauchentwicklung ein rasches Ausbreiten des Feuers. Außerdem wurde der Brand rasch entdeckt. Ansonsten wäre auch in diesem Fall ein Waldbrand kaum zu verhindern gewesen.

(iv)

Bilder:Brand in der Alpenstraße Alm brennt bis auf Grundmauern nieder Brand bei der Erentrudisalm 

Zu den Vorberichten:Großfahndung nach FerienhüttenbrandWohnungsbrand in der Alpensiedlung

(Quelle: S24)

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