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Dalai Lama zu Gast in Salzburg

Die Probleme der Welt könnten nur gemeinsam gelöst werden, es brauche mehr weltweite Zusammenarbeit. Das erklärte der 14. Dalai Lama am Montagvormittag bei seinem Besuch in Salzburg und rief vor rund 4.700 Zuhörern in der Salzburgarena zu mehr Gemeinsamkeit und Dialog auf.

Für die Besucher - viele waren von weit her angereist, um den Dalai Lama zu hören - begann der Tag früh. Schon kurz nach sieben Uhr bildeten sich Schlangen vor den Sicherheitsschleusen. Wer in der Halle war, konnte sich bei verschiedenen Ständen mit spiritueller Literatur und Andenken die Zeit vertreiben. Als der Dalai Lama kurz nach 9.30 Uhr auf die Bühne kam, herrschte gespannte Stille. Die Besucher erhoben sich von ihren Stühlen, zu hören war nur das Klicken der Auslöser der Fotoapparate.

Dalai Lama zog Publikum in seinen Bann

Mit einem "Hello!" und dem für ihn typischen Lachen zog der Dalai Lama sein Publikum in seinen Bann. In seinem Vortrag widmete er sich dem Thema "Weltfrieden und universelle Verantwortung".

Europa als Vorbild

Die Welt könne von Europa lernen. Hier hätten die einzelnen Länder einen Teil ihrer eigenen Souveränität aufgegeben und eine Gemeinschaft gebildet, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. "Die Europäer sollten ihr Konzept der Gemeinschaft weiter in die Welt tragen", forderte das geistliche Oberhaupt Tibets. "Wenn die ganze Welt Teil eines Wir ist, dann gibt es keine Basis für Kriege mehr." Probleme könne man nur im Dialog lösen. Eine universelle Verantwortung basiere darauf, die anderen in ihrem Wunsch nach Glück als gleichwertig zu betrachten. "Ich bin überzeugt, dass eine offene Haltung und Sorge für die anderen zu einer besseren Welt führen", sagte der Dalai Lama.

Dalai Lama: Positive Geisteshaltung

Mit einer positiven Geisteshaltung und Selbstvertrauen könne man viel zum Positiven beitragen. Es gebe Gründe für Optimismus. Die Welt habe sich zum Besseren verändert, Werte wie die universellen Menschenrechte oder das Recht auf Selbstbestimmung setzten sich immer stärker durch. Diesem "Welttrend" könnten sich auch Länder wie Nordkorea oder China nicht dauerhaft entziehen, sagte der Dalai Lama in der seinem Vortrag folgenden Diskussion mit Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid und ORF-Redakteur Michael Kerbler.

Weltweite Unterstützung für Tibet

Die weltweite Unterstützung für Tibet sieht der Dalai Lama auch als eine Unterstützung für mehr Gerechtigkeit in der Welt. An die Adresse Chinas meint er: "Vertrauen gewinnt man nicht mit Gewalt." Auf die Frage, was man von den Aufstandsbewegungen in der arabischen Welt für den Weltfrieden lernen könne, lachte der Mönch und meinte: "Die Sache ist sehr kompliziert." Um dann hinzuzufügen: Die Einzelinteressen sollten hintangestellt und gemeinsame Ziele verfolgt werden.

Autogrammstunde mit Dalai Lama

Gegen Ende der Diskussion gingen immer mehr Teilnehmer in Richtung Bühne, um ein Autogramm des spirituellen Oberhaupts der Tibeter zu erhalten oder einen Schal segnen zu lassen. "Wenn es Sie interessiert, dann können Sie über das, was ich gesagt habe, weiter nachdenken. Und wenn nicht, dann vergessen Sie es einfach", verabschiedete sich der Dalai Lama lachend in die Mittagspause. Am Nachmittag geht der Salzburg-Besuch mit dem interreligiösen Dialog "Harmonie in der Vielfalt" weiter. (APA)
(Quelle: S24)

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