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Damit im Advent nur die Kerze, nicht die Wohnung, brennt

Salzburg – In keiner anderen Jahreszeit brennen in Österreichs Haushalten mehr Kerzen als in der Advent- und Weihnachtszeit. In den zwei Weihnachtswochen vom 24. Dezember bis zum 6. Jänner ereignen sich durchschnittlich 500 Brände.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Wohnungsbrand in der Weihnachtszeit ist etwa viermal höher als im Rest des Jahres. „In den beheizten Wohnräumen trocknen Adventkränze und Weihnachtsbäume sehr schnell aus. Die größte Brandgefahr besteht, wenn Kerzenflammen auf die verdörrten und daher leicht entzündbaren Äste übergreifen”, sagt Rainer Kolator, Leiter des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) in Salzburg. Zwei der wichtigsten Vorsichtsregeln lauten deshalb: Kerzen immer auslöschen, wenn der Raum verlassen wird. Und: Kerzen auf Adventkränzen und Weihnachtsbäumen auswechseln, bevor sie zu tief niederbrennen und das Reisig entzünden können.

Vor allem für Kleinkinder stellt offenes Licht eine magische Anziehungskraft dar und sie werden somit leichter in Versuchung geführt, mit der brennenden Kerze zu hantieren. „Die Brandgefahr, die offenes Licht in unmittelbarer Nähe von leicht brennbaren Materialien auslöst, sollte Kindern bewusst gemacht werden und daher im Sinne der Sicherheit auf elektrische Weihnachtsbaum-Beleuchtung umgestiegen werden” rät Kolator. Jährlich werden etwa 60 Kinder in den Wochen vor und besonders nach Weihnachten durch brennende Kerzen verletzt.

Ein trockener Christbaum kann innerhalb von 20 Sekunden in Vollbrand stehen. Bereits nach 90 Sekunden ist vom Baum nicht mehr viel übrig – dafür aber brennt das Zimmer lichterloh. Ein Grund dafür ist, dass Nadelbäume eine große Oberfläche besitzen und dadurch in beheizten Räumen besonders schnell austrocknen. Bis zu 400.000 Nadeln hat ein Durchschnitts-Weihnachts­baum von zwei Metern Höhe. Hauptbestandteile der Nadeln sind Zellulose, ätherische Öle und Wasser. Christbäume werden oft schon im Herbst gefällt, zu Weihnachten haben sie ihren Wassergehalt daher schon weitgehend eingebüßt. Übrig bleibt das brennbare Material. Die in den Nadeln enthaltenen ätherischen Öle (Harz) sind leicht entflammbar. Während im warmen Zimmer der Wasseranteil der Nadeln stetig absinkt, verbleiben die Öle länger im Gehölz. Dadurch steigt die Entzündlichkeit der Zweige enorm an – das Brandrisiko erhöht sich mit jedem Tag, an dem der Baum in der geheizten Wohnung steht. „Wenn ein Nadelbaum erst einmal Feuer gefangen hat, ist es meist schon zu spät, um noch rechtzeitig reagieren zu können”, weiß Kolator.

Sternspritzer sollte man generell aufgrund ihrer starken Hitzeentwicklung meiden. Die Temperaturen von brennenden Wachskerzen betragen allein schon rund 750 Grad Celsius. In einem Abstand von zehn Zentimetern sind es immer noch 350 Grad Celsius. Die beliebten Sternspritzer jedoch entwickeln Temperaturen von 1.000 Grad Celsius. Dabei können ausgetrocknete Christbäume und Christbaumschmuck sehr leicht in Brand geraten, weil deren Zündpunkt bei 300 Grad Celsius und darunter liegt.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 19.06.2019 um 03:02 auf https://www.salzburg24.at/archiv/damit-im-advent-nur-die-kerze-nicht-die-wohnung-brennt-59605420

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