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Demonstranten in Bangkok räumten Kreuzungen

Aufräumarbeiten machen Weg frei Salzburg24
Aufräumarbeiten machen Weg frei

Die Gegner der thailändischen Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra haben ihre Proteste in der Hauptstadt Bangkok eingeschränkt. Am Sonntag zogen sie sich von vier wichtigen Straßenkreuzungen zurück, die sie seit gut zwei Wochen blockierten. Die Kreuzungen sollten am Abend nach dem Abtransport von Müll wieder für den Verkehr freigegeben werden, wie die Polizei mitteilte.

Protestanführer Suthep Thaugsuban hatte seine Anhänger am Freitagabend aufgerufen, von den Kreuzungen abzuziehen und sich stattdessen in einem Protestcamp zu versammeln. Anhänger Sutheps sagten Reportern, der Rückzug bedeute nicht das Ende der Proteste gegen die Regierung. Es gehe vielmehr darum, den Bewohnern Bangkoks und Geschäftsleuten Erschwernisse durch tägliche Demonstrationen und Straßensperrungen zu ersparen. Seit November gibt es in der thailändischen Hauptstadt immer wieder Demonstrationen, bei denen teils Zehntausende Menschen den Rücktritt der Regierung fordern. Sie werfen Ministerpräsidentin Yingluck Korruption vor. Bei Zusammenstößen starben bisher 21 Menschen, Hunderte wurden verletzt.

Vier Wochen nach der von der Opposition massiv behinderten Parlamentswahl in Thailand haben erste Nachwahlen begonnen. Nach Angaben der Wahlkommission waren für den Urnengang am Sonntag rund 120.000 Menschen in 101 Wahlkreisen registriert. Die Abstimmung verlief nach Behördenangaben friedlich und weitgehend störungsfrei. Die Opposition hatte die vorgezogenen Wahlen am 2. Februar boykottiert.

Rund 10.000 Wahllokale wurden von ihr blockiert, mehrere Millionen Menschen konnten ihre Stimme nicht abgeben. Das Verfassungsgericht weigerte sich jedoch, die Wahl zu annullieren. Die Wahlkommission will nun Ergebnisse erst bekannt geben, wenn alle Bürger abstimmen konnten.

Die Regierungsgegner protestieren seit November gegen Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und verlangen ihren Rücktritt. Diese hatte daraufhin die Wahl vorgezogen, um den Demonstranten den Wind aus den Segeln zu nehmen - Yingluck hat vor allem im ländlichen Norden und Nordosten breiten Rückhalt in der Bevölkerung.

Die Sorge war groß, dass die Opposition auch die nachträglichen Wahltermine stören könnte. Die Regierungsgegner fordern statt Wahlen die Einsetzung eines nicht gewählten sogenannten Volksrats, der eine Reihe von Reformen durchsetzen soll. Sie sehen in Yingluck eine Marionette ihres Bruders Thaksin Shinawatra, dem sie Korruption und Bestechung vorwerfen. Die Familie des im Exil lebenden ehemaligen Regierungschefs ist in weiten Teilen der Mittelschicht von Bangkok und im Süden verpönt.

(Quelle: S24)

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