Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

"Der Standard" spart beim Personal

Die Tageszeitung "Der Standard" plant im Zuge von notwendigen Sparmaßnahmen eine Personalkostenreduktion von 10 Prozent. Dies geht aus Präsentationsunterlagen hervor, die den Verlagsmitarbeitern Dienstagabend bei einer Betriebsversammlung vorgestellt wurden. Bei der Veranstaltung hatte die Geschäftsführung die Belegschaft über den entsprechenden Sozialplan und eine Mitarbeiterstiftung informiert.

"Wir wären durch die Krise gerne mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegangen, aus jetziger Sicht müssen aber konzernweit die Personalkosten um 10% gesenkt werden. Dies wird durch Reduzieren unserer Aktivitäten möglich", heißt es in dem der APA vorliegenden "Maßnahmenkatalog" der "Standard"-Gruppe. 2012 hatte das Unternehmen noch einen Umsatz von 63,2 Millionen Euro, ein positives Ergebnis (EGT) von 142.000 Euro und 390 Mitarbeiter. Nun muss das Verlagshaus auf die Branchenkrise reagieren.

"Standard"-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann erklärte am Mittwoch gegenüber der APA, dass die Leser die geplanten Sparmaßnahmen "möglichst nicht spüren" sollen. Details zu Einsparungen und Personalkürzungen wollte Bergmann nicht nennen. Der Geschäftsführer bat um Verständnis, "dass in Personalangelegenheiten interne Kommunikation Vorrang vor externer hat". Darüber hinaus seien die Planungen "noch nicht abgeschlossen". Fest stehe derzeit, dass Sach- und Personalkosten gesenkt werden müssten und ein Sozialplan inklusive Beitritt zu einer Arbeitsstiftung erarbeitet wurde.

"Aufgrund der aktuellen Branchenkrise müssen auch wir über alle Bereiche hinweg die heurigen Budgets überarbeiten und Maßnahmen entwickeln, um die Standard-Gruppe nachhaltig für die Zukunft aufzustellen", hieß es dazu in der Mitarbeiterinfo Dienstagabend. "Unsere Gesamtkosten bestehen zu 50% aus Sach- und zu 50% aus Personalkosten im weitesten Sinn. Bei den Sachkosten kann allerdings der hohe Fixkostenanteil wie Miete, Druck und Vertrieb nur bedingt weiter gesenkt werden." Daraus erkläre sich die geplante Personalkostensenkung.

"Um die Auswirkungen für die Betroffenen abzufedern und sie bei der beruflichen Neuorientierung zu unterstützen, wurde gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Sozialplan erarbeitet. Der Beitritt zu einer Arbeitsstiftung (Wiener Regionalstiftung des WAFF) wurde beschlossen, die die Möglichkeit bieten wird, bis zu drei Jahre unter Bezug von Arbeitslosengeld eine Weiter- oder Ausbildung zu absolvieren", so die Verlagsleitung.

Punkto "Zielbild" werde sich die Standard Medien AG künftig auf ihre "Kernaufgaben" konzentrieren. Die Eigentümerstruktur werde stabil bleiben, die im vergangenen Jahr geschaffene neue Organisation am neuen Standort bleibe erhalten, und "Der Standard" bleibe auch am neuen Standort nahe Wien-Mitte, betonten die Geschäftsführer. Und: "Wir produzieren weiterhin alle Ausgabemedien im Qualitätssegment, also STANDARDklassik mit den Erscheinungsterminen Montag bis Samstag, STANDARDkompakt mit den Erscheinungsterminen Montag bis Freitag, E-Paper und Desktop- sowie mobile Version."

Neue Geschäftsfelder will man vorerst nicht weiterentwickeln. "Wir waren in den vergangenen Jahren zusätzlich mit neuen Geschäftsfeldern wie z.B. Hausbrot oder Autogott beschäftigt. In der jetzigen Phase werden alle Kräfte für das Kerngeschäft gebraucht und es werden daher keine neuen Geschäftsfelder eröffnet", hieß es.

Zu den Reduktionen heißt es im Papier der Unternehmensführung unter anderem: "Wir werden die Auflage ökonomisch ausrichten: Die verkaufte Auflage soll zumindest stabil gehalten werden, die Menge der kostenlosen Verbreitung aber soll reduziert werden. Wir werden auch unsere Marketingkooperationen, -veranstaltungen und -aktivitäten einschränken." Und: "Wir reduzieren redaktionellen Leistungsumfang und fokussieren uns auf unsere journalistische Kernkompetenz."

Daneben kündigte das Management auch eine Reihe von Weiterentwicklungen für die nächsten Monate an, um die "Standard"-Gruppe "nachhaltig für die Zukunft aufzustellen". So soll im ersten Halbjahr 2014 die Neugestaltung der Wochenendausgabe umgesetzt werden. Die regionale Ausweitung des "Standard kompakt" auf Oberösterreich, Steiermark und Burgenland sei mit vergangener Woche bereits erfolgreich gelungen. "Wir werden einen effizienteren Redaktionsworkflow für aktuelle Berichterstattung durch einen gemeinsamen Newsdesk, wo die Nachrichtenproduktion gebündelt wird, umsetzen. Die redaktionelle Produktion wird nach Zeit und Menge an das Userverhalten angepasst", so die Verlagsspitze.

Im Online-Bereich sollen spezifische Formate rund um das Thema Datenjournalismus sowie Live-Ticker weiterentwickelt werden. Auch User Generated Content werde mit dem Ziel, zusätzlichen Traffic zu generieren, ausgebaut. User Generated Content verstehe sich dabei "nicht nur als Ergänzung zur Redaktion (Foren), sondern auch als eigenständiges inhaltliches Format (z.B. #Mitreden oder Userblogs)". Eine "klare Kennzeichnung" der User Generated Content-Formate sei zwecks Abgrenzung zu redaktionellen Inhalten bereits in Entwicklung. Eine technische Weiterentwicklung ist auch bei Immobilien und Karriere Online vorgesehen.

Darüber hinaus will die "Standard"-Gruppe - offenbar mit Blick auf die Werbemärkte - künftig stärker auf die mittels einer Brand Reach Studie ermittelte gemeinsame Reichweite von Print und Online hinweisen. "DER STANDARD und derStandard.at erreichen pro Tag 747.000 Personen. Dadurch machen wir die wahre Größe all unserer Medien überschneidungsfrei sichtbar."

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.02.2021 um 08:50 auf https://www.salzburg24.at/archiv/der-standard-spart-beim-personal-44909692

Kommentare

Mehr zum Thema