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Designer John Galliano: Schuldig!

Am Donnerstag wurde das Urteil gefällt: Modedesigner John Galliano wurde im Prozess wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen in Paris für schuldig gesprochen.

John Galliano wurde im Februar verhaftet, nachdem er in einer Pariser Bar mit einem Paar aneinandergeraten war. Er soll dabei antisemitische und rassistische Äußerungen gemacht haben. Der Brite hatte die beiden beschuldigt, zu laut zu sein. Geraldine Bloch, die angeblich zu laut war, erzählte, dass er eine "45-minütige Tirade" über sie ergossen hätte, in dem er sie "dreckig" und ein "dreckiges Judengesicht" nannte. Der Modeschöpfer wurde dessen für schuldig befunden und muss 4000 Euro Strafe zahlen. Galliano wurde noch eines zweiten Zwischenfalls für schuldig befunden, bei der er eine andere Frau verbal angegriffen hatte. Dafür muss er 2000 Euro Strafe zahlen.

John Galliano "Ich liebe Hitler"

Bloch verlangte einen symbolischen Schadensersatz von einem Euro und der wurde ihr auch zugesprochen. Sie sagte, dass sie vor Gericht gegangen sei, um zu beweisen, dass John Galliano antisemitische und rassistische Sprache benutzt hätte, nicht, um Geld zu machen. Auch die anderen Opfer bekamen einen Euro Schadensersatz. Ein Video, dass Galliano zeigte, wie er "Ich liebe Hitler" sagte, war veröffentlicht worden. Es wurde im Gericht gezeigt, diente aber nicht als Anschuldigungspunkt.

Galliano von Dior gefeuert

Nach dem Vorfall wurde der Designer von 'Dior' gefeuert, ebenso von seinem gleichnamigen Label. Er verschwand darauf in eine Entzugsklinik. Obwohl er sich entschuldigt hat, gibt der Beschuldigte an, dass er sich wegen seines Drogenkonsums nicht mehr an den Vorfall erinnern kann. "Nach jedem kreativen Hoch bin ich in ein Loch gefallen. Alkohol hat mir dabei geholfen. Mein Körper war so an Tabletten gewöhnt, dass ich mich meine Dosis ständig erhöht habe und dann gar nicht mehr wusste, wie viele ich genommen habe", hatte Galliano vor Gericht erklärt. "Antisemitismus und Rassismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft. Ich entschuldige mich voll und ganz für mein Verhalten, das zum Verstoß geführt hat. Ich kann nur hoffen, dass ich mein persönliches Verhalten angehen werde, das zu diesen Vorfällen führte und mir dadurch die Vergebung der Menschen  verdiene."

Mit seinen 6000 Euro ist John Galliano noch glimpflich davongekommen - die Maximalstrafe wäre sechs Monate Haft und 20.000 Euro Strafe gewesen.

(Quelle: S24)

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