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Deubler-Mord: Doch kein Verfahren gegen Heidegger-Ermittler

Salzburg – Für die Ermittler des Mordes an der Salzburger Taxilenkerin Claudia Deubler im Jahr 1993 gibt es doch kein Nachspiel. Der angebliche Mörder Peter Heidegger saß für die vermeintliche Bluttat acht Jahre unschuldig im Gefängnis.

Das Verfahren wegen falscher Beweisaussage gegen vier der Salzburger Mordermittler wurde eingestellt, meldeten die “Salzburger Nachrichten” (“SN”) in ihrer Ausgabe am Donnerstag.

Heidegger war Opfer “fragwürdiger Ermittlungen” damaliger Kriminalbeamte der Gendarmerie geworden, hieß es. Nach einem Wiederaufnahmeprozess wurde der Oberösterreicher im Jahr 2003 freigesprochen und in einem dritten Verfahren im Jahr 2007 mit Tomi Schöndorfer der wahre Täter verurteilt. 15 Jahre nach dem Mord hatte die Justiz im Vorjahr ein Ermittlungsverfahren gegen vier der Salzburger Mordermittler wegen falscher Beweisaussage eingeleitet.

Dabei ging es um mutmaßliche Falschaussagen, die die Polizisten im Wiederaufnahmeprozess und im Prozess gegen Schöndorfer getätigt haben sollen. So hatte beispielsweise die vorsitzende Richterin im Schöndorfer-Verfahren mehrere der einstigen Ermittler der “Lüge” bezichtigt und betont, dass “Ergebnisse, die nicht zu einem Täter Heidegger passten, manipuliert” worden seien.

Das von der Staatsanwaltschaft Linz geführte Verfahren (hat dieses wegen Befangenheit von Salzburg übernommen, Anm.) gegen die vier zum Teil noch aktiven Polizisten jetzt gemäß Paragraf 190 der Strafprozessordnung (StPO) eingestellt. “Das Ermittlungsverfahren wurde deshalb eingestellt, weil kein tatsächlicher Grund zur weiteren Verfolgung besteht”, meinte Rainer Schopper, Mediensprecher der Linzer Staatsanwaltschaft, zu den “SN”. Ein eigens freigestellter Kollege habe die Vorwürfe der Falschaussage “intensiv geprüft” und sei zum Schluss gelangt, dass sich ein Strafantrag nicht rechtfertigen lasse. “Zudem haben sich auch die Oberstaatsanwaltschaft und das Justizministerium mit dem Vorhabensbericht des Staatsanwaltes auseinandergesetzt”, so Schopper.

Heidegger hat gemäß neuer StPO die Möglichkeit, beim OLG Linz einen “Antrag auf Fortführung des Verfahrens” zu stellen. Das muss bis spätestens 14 Tage ab erfolgter Zustellung geschehen.

(Quelle: S24)

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