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Die Gefahren des Hochgebirges: S24 mit an Bord einer Aluette III

Hochfilzen – Das Fliegen im Hochgebirge ist eine der größten Herausforderungen für einen Hubschrauberpiloten. Salzburg24 nahm an einem Hochgebirgskurs des Bundesheer teil und ging natürlich mit an Bord. Zum S24-Video

Zwei mal im Jahr veranstaltet das Österreichische Bundesheer am Truppenübungsplatz Hochfilzen Hochgebirgsschulungen, um den Nachwuchspiloten die notwendigen Fähigkeiten beizubringen. “Unsere Piloten sind so auszubilden, dass Sie überall eingesetzt werden können, egal ob Flachland oder Hochgebirge”, stellt Alfred Orthaber, Kommandant des Hubschrauber-Geschwaders Aigen/Ennstal, klar.

 Hochfilzen etablierte sich in den letzten Jahren als idealer Ausgangspunkt für diese Ausbildung. Durch die zentrale Lage sind verschiedene Hochgebirgsketten rasch zu erreichen: Südlich liegen die Hohen Tauern, im Westen kommt man bis in die Wattener Lizum und im Osten kann man noch das Dachstein-Massiv für Übungen nutzen.

Problem Höhe

 Die bedeutendste Schwierigkeit in hohen Lagen ist die abnehmende Luftdichte, weil dadurch die aerodynamische Leistung des Rotors abnimmt. Das verändert natürlich die Flugeigenschaften des Hubschraubers.

Ein weitere Herausforderung im Gebirge sind die Wind- und Wettereinflüsse. Während im Flachland der Wind selten ein Problem darstellt, da er meist konstant aus einer Richtung bläst, schaut das in den Bergen schon ganz anders aus. „Es gibt immer wieder Verwirbelungen und Turbulenzen, die man oft gar nicht vorhersehen kann. Der Pilot muss immer schon vorher beurteilen, wie die Bedingungen zum Beispiel hinter der nächsten Kuppe sein können und auf alles vorbereitet sein. Er muss den Flugweg so anlegen, dass er sicher unterwegs ist und wenn trotzdem etwas Unvorhergesehenes eintritt, er noch abdrehen und in eine andere Richtung durchstarten kann”, beschreibt Orthaber die Windproblematik im Gebirge.

Zudem sind die verschieden Hindernisse im Hochgebirge zu beachten. Allerdings ist das in mittleren Lagen noch deutlich wichtiger, da dort viel mehr Seilbahnen, Heubringungsseile und ähnliches zu finden sind.

EinSchwierigkeit für den Piloten liegt auch darin, dass mit zunehmender Höhe der Sauerstoffanteil der Luft immer geringer wird. „Nicht nur die Maschine, sondern auch der Mensch ist beeinflusst durch die Höhenlage, denn der menschliche Körper braucht den Sauerstoff genauso wie das Triebwerk. Diese zusätzlichen Belastungen muss der Kreislauf kompensieren. Die Piloten müssen deswegen gesund und voll fit sein, nur dann stellt das auch kein großes Problem dar”, erklärt Orthaber.

Schnee macht alles noch schwieriger

Das Militär veranstaltet immer einen Sommer- und einen Winterkurs, denn die fliegerischen Unterschiede für den Piloten sind doch deutlich. Im Winter gibt es die Blendwirkung, die Lawinengefahr, den aufgewirbelten Schnee bei der Landung, der dem Piloten die Sicht nehmen kann und die Unberechenbarkeit des Untergrundes, der oft nur schwer einzuschätzen ist. „Vor allem bei sehr flachem Licht kann eine Schneelandung ein Problem werden, da man einfach keine Konturen erkennen kann. Wenn es dann keine anderen Orientierungspunkte gibt, wie einen Einweiser oder Latschen, dann hast oft keine Ahnung, wie weit du noch über dem Boden ist oder ob der Untergrund flach oder schräg ist. Das wird manchmal doch sehr überrascht, wenn man mit dem Hubschrauber aufsetzt”, beschreibt Martin Grill, Einsatzpilot bei der 1. Hubschrauberstaffel Aigen/Ennstal, die Problematik des Landens im Schnee.

 

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.05.2021 um 06:31 auf https://www.salzburg24.at/archiv/die-gefahren-des-hochgebirges-s24-mit-an-bord-einer-aluette-iii-59614462

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