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Drei Bankomat-Manipulierer aus Rumänien in Salzburg verurteilt

Drei Rumänien sind im August 2011 in die Stadt Salzburg gereist, um sich ihr Geld durch Bankomat-Manipulationen zu "verdienen". Sie zeigten sich beim Prozess am Freitag am Landesgericht Salzburg geständig und wurden wegen gewerbsmäßigen Diebstahls rechtskräftig zu teilbedingten Freiheitsstrafen von 15 beziehungsweise zwölf Monaten verurteilt.

Der zweitälteste im Bunde, ein 26-jähriger Rumäne, hatte den Trick von einem Wohnungskollegen in Hamburg gelernt. Er habe seine zwei Bekannten in Rumänien per Internet nicht lange zu den Manipulationen überreden müssen, schilderte der gelernte Maurer und in Deutschland einschlägig vorbestrafte Angeklagte heute Einzelrichterin Daniela Meniuk-Prossinger. Denn auch seine - bisher unbescholtenen - rumänischen Komplizen im Alter von 35 und 22 Jahren plagte Geldnot. Der 35-Jährige wollte seine Mastercard-Schulden zurückzahlen und erwartete sich "ein besseres Leben". Der 22-jährige Elektroniker war gerade arbeitslos.

Das Trio kundschaftete Bankomaten in der Dreifaltigkeitsgasse, in der Griesgasse und beim Residenzplatz aus, bei denen die zugeschnittene Aluminium-Schiene, die sie in einem Baumarkt besorgt hatten, genau hinein passte. Das doppelseitige Klebeband, genannt "Mausefalle", stammte aus ihrem Heimatland. Sobald Kunden eine Behebung durchführen wollten, blieb das Geld an dem Klebeband hängen und der Bankomat zeigte eine Störung an, schilderte Staatsanwalt Mathias Haidinger. Da die Rumänen die Geräte außerhalb der Banköffnungszeit manipulierten, konnten die Kunden das Problem nicht melden und gingen einfach wieder weg.

Bei zwei "Angriffen", bei denen insgesamt 340 Euro im Ausgabeschlitz steckten, ist es allerdings beim Versuch geblieben, sagte der Staatsanwalt. Für zwei Täter endete der "Spuk" am 17. August, der dritte wurde am 22. August in der Aignerstraße auf frischer Tat ertappt. Ein Großteil des behobenen Geldes wurde sichergestellt. Für den Eigentümer der Bankomaten, die Firma Paylife, entstand ein Schaden von 730 Euro, den die Verurteilten binnen 14 Tagen "zur ungeteilten Hand" bezahlen müssen.

Die Richterin bezeichnete die Vorgangsweise der Diebe als "Kriminaltourismus", aus generalpräventiven Gründen könne sie trotz der reumütigen Geständnisse keine gänzlich bedingte Strafe aussprechen (Strafrahmen: sechs Monate bis zu fünf Jahren, Anm.). Der 26-Jährige fasste 15 Monate teilbedingt aus, davon drei Monate unbedingt. Die beiden Komplizen erhielten jeweils zwölf Monate teilbedingt, davon zwei Monate unbedingt. Das Handwerkszeug für die Manipulationen wird jetzt der Polizeischule übergeben. (APA)

(Quelle: S24)

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