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Dreiste Wunderheilerin angezeigt

Salzburg – Eine selbsternannte Wunderheilerin hat einem HIV-Erkrankten gegen dessen Willen ein Heilmittel angedreht. Als dieser die Bezahlung verweigerte, drohte sie ihm mit einer Klage. Bei der Bezirkshauptmannschaft und Staatsanwaltschaft wurde Anzeige erstattet.

Darüber hinaus outete die Frau den Erkrankten in dessen Nachbarschaft als HIV-positiv, worauf dieser umziehen musste und drohte seiner Mutter mit der Polizei. Da die “Wunderheilerin” weder über eine Gewerbeberechtigung verfügt, noch mit Arzneimitteln handeln darf und die Heilung einer HIV-Erkrankung derzeit nicht möglich ist, hat die Arbeiterkammer nun Anzeige bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung und bei der Staatsanwaltschaft Salzburg wegen des Verdachts auf Betrug sowie Kurpfuscherei erstattet.

Die ganze Sache kam ins Rollen, als sich der HIV-Erkrankte an die Arbeiterkammer wendete, weil ihm die Heilerin per Anwalt mit einer Klage gedroht hatte, sollte er die Bezahlung des Wundermittels weiter verweigern. Für die „HIV-Tropfen“ wurde ein Betrag in der Höhe von 400 Euro gefordert, zuzüglich verlangte die Wunderheilerin vom Erkrankten eine schriftliche Bestätigung, sobald die gewünschte Wirkung - also Heilung - eingetreten sei.

Zur Vorgeschichte: Jene Frau stellte sich dem Betroffenen telefonisch als Heilerin vor und behauptete, über ein Heilmittel gegen das HI-Virus zu verfügen, welches er kostenlos testen solle. In weiterer Folge stellte sie dem Mann das angesprochene Mittelchen, verpackt in dunklen Flaschen ohne Aufdruck, vor dessen Haustür. Auf dringende Empfehlung seiner behandelnden Ärzte des Landeskrankenhauses Salzburg nahm der Betroffene das Mittel nicht ein, zumal kein Hinweis auf die Inhaltsstoffe auf den Flaschen aufschien. Trotz Aufforderung  verweigerte er die Bezahlung der Flüssigkeit. Daraufhin belästigte die Heilerin den Mann postalisch und telefonisch aufs Gröbste.

AK-Expertin Daniela Zellner zu den einzelnen Tatbeständen: „Die Heilerin hat mit ihren Geschäftspraktiken gegen eine ganze Reihe von gesetzlichen Regelungen verstoßen. Die Frau besitzt keine Gewerbeberechtigung. Darüber hinaus verstößt sie im Sinne des Arzneimittelgesetzes gegen jegliche Kennzeichnungs- und Zulassungspflicht. Da eine HIV-Erkrankung bekanntlich derzeit nicht heilbar ist, die Heilerin aber behauptet, ihr Mittel könne das HI-Virus bekämpfen, liegt außerdem der dringende Verdacht auf Kurpfuscherei und gewerbsmäßigen Betrug nahe.“ Aufgrund dieser verwaltungs- und strafrechtlicher Tatbestände und Verdachtsmomente hat die Salzburger Arbeiterkammer jetzt Anzeige bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft sowie bei der Staatsanwaltschaft Salzburg erstattet.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 07.05.2021 um 12:55 auf https://www.salzburg24.at/archiv/dreiste-wunderheilerin-angezeigt-59629630

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