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Eduard Mainoni will Seilbahn entlang der Salzach

Wenige Tage vor der Gemeinderatswahl hat Edi Mainoni – Spitzenkandidat des Team Salzburg – am Donnerstag ein Seilbahnprojekt präsentiert, mit der vor allem Touristen von einem Park-and-ride-Parkplatz entlang der Salzach in die Altstadt befördert werden sollen. Seine politischen Kontrahenten sahen den Vorschlag in ihren ersten Reaktionen eher als "Faschingsscherz".

Die Salzburger scheinen aber von Edi Mainonis Vorschlag angetan zu sein. In einer Umfrage von SALZBURG24 stimmten rund 72 Prozent der User für die Realisierung der Seilbahn entlang der Salzach, knapp 28 Prozent können der Idee nichts abgewinnen.

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Das Team Salzburg - der Salzburger Ableger der Stronach-Partei - hat am Donnerstag die neue Idee in die Verkehrs-Diskussion eingeworfen. Das Projekt wäre in vier Jahren realisierbar.

Weniger Reisebusse und Autos

Eines machte Bürgermeister- und Spitzenkandidat Eduard Mainoni gleich am Beginn der Präsentation klar: Das Verkehrsproblem in der Stadt Salzburg sei nicht monokausal sondern habe viele Ursachen; das Seilbahnprojekt könne daher auch nicht die ganze Misere beheben, aber zumindest eine: die zahlreichen Fahrten von Reisebussen und Autos der Touristen. Diese Gruppe will das Team Salzburg entweder beim Messezentrum mit seinen vielen Parkplätzen oder bei einem noch zu errichtenden Park-and-Ride-Platz in Hagenau - hier wird in den nächsten Jahren ein Autobahnanschluss errichtet - abfangen. Von hier sollen sie ohne Wartezeit barrierefrei in die Seilbahn umsteigen können und in sieben Minuten in der Altstadt sein. Die Ausstiegsstelle soll beim Spielplatz unterhalb der Markuskirche oder auf der Fläche des Rot-Kreuz-Parkplatzes entstehen.

Rund 40 Millionen Euro für Seilbahn-Projekt

Die Investitionskosten bezifferte Gernot Hubner, der Verkehrsexperte des Team Salzburg, mit rund 40 Millionen Euro. Für die Bahn wären fünf Stützen erforderlich, die Gondel hätte eine Kapazität von 35 Personen, sodass pro Stunde rund 3.700 Menschen befördert werden könnten. Die jährlichen Energiekosten bezifferte Hubner mit 200.000 Euro, die 25 notwendigen Mitarbeiter würden eine Mio. Euro pro Jahr kosten. Würde man im Jahr eine Million Menschen befördern, ergäbe sich ein Ticketpreis von rund sechs Euro.

„Weltkulturerbe und Seilbahn kein Widerspruch"

"Das Projekt ist machbar, finanzierbar und zeitlich überschaubar", betonte Hubner. Planung und Genehmigungsverfahren würden je rund sechs Monate dauern, für die Bauzeit veranschlagt er 18 Monate. Der Betreiber sollte via Ausschreibung gefunden werden, das Team Salzburg kann sich beispielsweise die Salzburg AG vorstellen. Und auch die Befürchtung, dass die Bahn den Weltkulturerbe-Status der Altstadt gefährden könnte, hat das Team Stronach bereits geprüft: Die UNESCO habe sich mit dem Thema bereits ausführlich beschäftigt, weil in Koblenz eine ähnliche Bahn bereits in Betrieb ist: "Weltkulturerbe und Seilbahn müssen kein Widerspruch sein", zitierte Mainoni das Resümee.

Seilbahn auch für Pendler einsetzbar?

Nur für Touristen alleine sehen Mainoni und seine Leute das Projekt aber keinesfalls. Vor allem an den Tagesrandzeiten, wenn kaum Gäste von auswärts unterwegs sind, sollen vor allem Pendler mit der Seilbahn in die Innenstadt befördert werden. Allerdings seien hier andere Tarife nötig - von einer Einbindung in den Salzburger Verkehrsverbund bis zu einer Jahreskarte, die bereits zum Preis von wenigen Einzelfahrten erhältlich ist, wurden hier mehrere Ideen genannt.

Und auch eine Verlängerung bis zum Park-and-ride-Parkplatz in Salzburg-Süd kann sich das Team Salzburg vorstellen. "Ich kenne aber Salzburg. Daher denke ich da lieber dosiert", so der Spitzenkandidat.

Für Johann Padutsch von der Bürgerliste sei die Seilbahn gerade  für Pendler keine wirkliche Alternative. "Bei täglich rund 60.000 Berufs- und Schuleinpendlern und rund 20.000 Auspendlern und einer Beförderungskapazität von 3.700 Personen pro Stunde liegt das ja auf der Hand", so der Grün-Politiker.

Padutsch: "Medienwirksamer Gag"

Zum Projekt gebe es bereits mehrere Arbeiten, es sei nicht weiterverfolgt worden, weil seine Verkehrswirksamkeit und das Kosten-Nutzen-Verhältnis keinen Erfolg erwarten lassen, meinte Verkehrs-Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste).

Außerdem müsste die Stadt die 40 Mio. Euro alleine aufbringen. Diese würden aber bereits ein Drittel der erforderlichen Kosten für die Verlängerung der Lokalbahn bis zum Mirabellplatz abdecken, "was schon deutlich über dem erforderlichen Finanzierungsanteil der Stadt für dieses sicher leistungsfähigere Verkehrsprojekt liegt." Daher sei eine Seilbahn "ein medienwirksamer Gag, nicht mehr", so Padutsch.

Edi Mainonis "Faschingsscherz"

"Faschingsscherz" und "medienwirksamer Gag" - so lauteten am Donnerstag die ersten Reaktionen auf die vom Team Salzburg vorgeschlagene Seilbahn entlang der Salzach.

"Faschingszeit ist nicht automatisch Narrenfreiheit", so die FPÖ. Der Vorschlag "kann ja wohl nur in die Rubrik Faschingsscherz eingereiht werden. Eine Stadtseilbahn entlang der Salzach, quer durch die von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützte Altstadt zu führen, ist an Unsinn nicht zu überbieten", meinte FPÖ-Klubobmann Andreas Schöppl.

(APA)

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Aufgerufen am 14.11.2018 um 09:55 auf https://www.salzburg24.at/archiv/eduard-mainoni-will-seilbahn-entlang-der-salzach-44870245

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