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Einbrecher wegen Vergewaltigung einer Altenheimbewohnerin vor Gericht

Das 84-jährige Opfer leidet immer noch unter Angstzuständen und Depressionen. Der Angeklagte konnte vor Gericht sich an nichts erinnern. Ein Urteil wird für Freitag erwartet.

Vor der brutalen Vergewaltigung im Oktober 2008 in einem Salzburger Seniorenheim galt das Opfer – eine 84-jährige Pensionistin – als aktive, kulturinteressierte Frau. Doch nachdem sich ein 31-jähriger Einbrecher an der Rentnerin vergangen und sie um 20 Euro beraubt hatte, “verlor sie jeglichen Lebensmut”, erklärte Staatsanwältin Barbara Feichtinger heute, Donnerstag, am Landesgericht Salzburg, wo dem Lagerarbeiter der Prozess gemacht wurde. Der konnte sich allerdings an nichts mehr erinnern.Der türkischstämmige Österreicher ist wegen Vermögens- und Aggressionsdelikten bereits 14 Mal vorbestraft. Nun lautet die Anklage auf Vergewaltigung mit schwerer Körperverletzung, Raub, Diebstahl und Einbruch. Er hebelte am Abend des 6. Oktober die Eingangstür zur Seniorenresidenz auf und versuchte mit einem Schlüssel aus dem Verwaltungsbüro einen Möbeltresor zu öffnen. “Als das misslang, fuhr er mit dem Lift in den fünften Stock und läutete an der Türe der 84-Jährigen”, schilderte die Staatsanwältin. Die betagte Frau meinte, es sei die Nachtschwester und öffnete. Ein fataler Irrtum. Der Einbrecher stieß sie ins Zimmer zurück, hielt ihr den Mund zu und riss das Telefonkabel heraus. Dann warf er sie aufs Bett und nötigte sie zum Beischlaf. Um Spuren zu verwischen, schüttete er ihr kaltes Wasser über den Kopf.

Die Polizei konnte den verheirateten Vater einer vierjährigen Tochter bald aufgrund von DNA-Abdrücken auf dem Telefonkabel überführen. “Die Tat tut ihm unselig leid, er wird sie nicht in Abrede stellen. Er kann sich nur nicht daran erinnern”, sagte die Verteidigerin vor Ausschluss der Öffentlichkeit durch die Vorsitzende des Geschworenengerichts, Ilona Mozes. Ihr Mandant habe unter starken Depressionen nach der Trennung von seiner Frau gelitten und viel Alkohol, Medikamente und Drogen zu sich genommen. Außerdem plagten ihn Schulden von 50.000 Euro. Vor dem Vorfall habe er auf einem Spielplatz zwei Flaschen Schnaps getrunken und acht Beruhigungsmittel geschluckt. “Am nächsten Tag wachte er auf einer Parkbank im Mirabellgarten auf. Er war völlig konfus, die Kleidung verdreckt.”

Der Lagerarbeiter akzeptiere zwar die von der Anklagebehörde beantragte Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher, so die Anwältin. “Es ist ihm bewusst, dass er zu einer Therapie muss.” Infrage stellte sie aber die von Gerichtspsychiater Bernhard Mitterauer attestierte Zurechnungsfähigkeit.

Für das Opfer waren und sind die Folgen dieser Schreckensnacht schwer: Sie erlitt Hämatome am ganzen Körper, Schürfwunden und eine posttraumatische Belastungsstörung. Noch immer leide sie an Angstzuständen, schweren Schlafstörungen und Depressionen bis hin zum Lebensüberdruss, schilderte die Staatsanwältin. Bei seiner Festnahme habe er zu Polizisten noch gesagt, “es gibt keine Entschuldigung für das, was ich getan habe”. Dem 31-Jährigen drohen fünf bis 15 Jahre Haft. Ein Urteil wird spätestens morgen ergehen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 14.05.2021 um 12:31 auf https://www.salzburg24.at/archiv/einbrecher-wegen-vergewaltigung-einer-altenheimbewohnerin-vor-gericht-59621215

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