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Einkommen: Salzburgerinnen arbeiten 104 Tage "unbezahlt"

Seit 30 Jahren pochen Frauen auf ihr Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit, doch die Lohnschere zwischen Männern und Frauen geht weiter auseinander.

Anlässlich des “Equal Pay Day” sind heute, Freitag, in Salzburg die Ergebnisse einer Befragung von rund 800 erwerbstätigen Frauen und Männern zum Thema Einkommensgerechtigkeit präsentiert worden. Als ein überraschendes Ergebnis bezeichneten Vertreterinnen von Frauenbüros, dass Teilzeitarbeit selten als karrierehemmend empfunden wird. Die Projektinitiatorinnen wollen im Jahr 2010 in Vollzeit beschäftigte, erfolgreiche Frauen sowie Männer in Karenz zwecks Vorbildwirkung vor den Vorhang holen.

Bereits seit 30 Jahren pochen Frauen auf ihr Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit, doch die Lohnschere zwischen Männern und Frauen geht weiter auseinander, kritisierte Astrid Lamprechter von der “Stabsstelle für Frauenfragen und Chancengleichheit des Landes Salzburg“. In Salzburg, wo der Einkommensunterschied mit 28,4 Prozent über dem Bundesländer-Schnitt liegt, arbeiten Frauen allein schon wegen der hohen, “karrierehemmenden” Teilzeitbeschäftigungsquote von 43,5 Prozent 104 Tage und damit um acht Tage länger “unbezahlt”, rechnete Liane Pluntz, Frauenreferentin der Arbeiterkammer, vor. Der Salzburger “Equal Pay Day” fällt auf den 19. September, österreichweit auf den 27. September.

Doch bei der im Sommer durchgeführten Befragung empfanden laut Dagmar Stranzinger, Frauenbeauftragte der Stadt Salzburg, nur wenige die Teilzeitarbeit als karrierehemmend. “In der Praxis ist Teilzeitarbeit aber einer der Hauptgründe, warum ein beruflicher Aufstieg nicht gelingt.” Frauen würden dazu neigen, die schlechte Einkommenssituation auf sich selber zurückzuführen. “Sie suchen häufig die Schuld bei sich, in dem sie zum Beispiel meinen, es nicht geschafft zu haben, neben den Kindern eine Karriere aufzubauen.” Erst den älteren Frauen werde rückblickend bewusst, dass sie im Erwerbsleben diskriminiert wurden.

Vielen Frauen mangle es noch am nötigen Selbstbewusstsein im Job. “Sie haben weniger gelernt zu verhandeln als Männer und leider Gottes keine Netzwerke und Seilschaften”, meinte Lamprechter.

Für eine Einkommensgerechtigkeit wurde ein Bündel an Maßnahmen gefordert. Neben Lohntransparenz in den Betrieben, mehr Mädchen in technischen Lehrberufen, mehr Nachmittagsbetreuungsmöglichkeiten für Schulkinder, Recht auf Elternteilzeit für alle und ein verbessertes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln gerade aus den südlichen Salzburger Bezirken in die Stadt setzen die Projektinitiatorinnen auf Vorbilder “in nicht geschlechterorientierten Lebensmodellen”.

“Um neue Wege zu gehen, brauchen wir auch mehr Toleranz für Väter, die in Karenz gehen”, sagte Stranzinger. Mädchen sollten sehen, dass Frauen in technischen Berufen Erfolg haben. Dann werde auch eine Nachfolgewirkung erzielt. “Es dauert aber mindestens noch eine Generation, bis Frauen den gleichen Lohn erhalten”, so Alexandra Schmidt vom Frauenbüro der Stadt Salzburg. Hoffnungsträger für mehr Gerechtigkeit ist laut Umfrageergebnis das männliche Geschlecht: “Gerade jüngere Männer sahen die Einkommensproblematik stärker als Frauen.”

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 11.05.2021 um 10:46 auf https://www.salzburg24.at/archiv/einkommen-salzburgerinnen-arbeiten-104-tage-unbezahlt-59624668

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