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Eishockey: Rekordteamspieler Martin Ulrich beendete seine Karriere

Nach 22 Jahren ist Schluss: Der Meistertitel in Mannheim, die B-WM in Innsbruck und Olympia waren Ulrichs Höhepunkte als Spieler. Mit 228 Spielen ist er Österreichs Rekord-Internationaler.

Nach 22 Jahren Profieishockey hängt Martin Ulrich mit 39 Jahren seine Schlittschuhe an den Nagel. Der österreichische Rekordteamspieler gab am Mittwoch das Ende seiner einmaligen Karriere bekannt. Ulrich hat 228 Länderspiele absolviert, er war bei 17 Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen dabei und holte mit den Adler Mannheim (1997, 1998) und Red Bull Salzburg (2007, 2008) je zwei Meistertitel in Deutschland und Österreich.

“Ich kann Danke sagen für meine Karriere. Ich will nicht der sein, der nicht aufhören kann”, sagte der Verteidiger. Ulrich spielte zuletzt für Zell/See in der Nationalliga, er hatte dort auch noch Vertrag für diese Saison, allerdings schlitterten die Salzburger in den Konkurs. Daher entschied er sich für den Rücktritt. “Am Anfang habe ich mir gedacht, das Karriereende wird schwieriger, aber es war dann doch harmonisch”, meinte Ulrich.

Der gebürtige Wiener war stets einer der Treuesten im ÖEHV-Team, egal ob der Teamchef Ludek Bukac, Ken Tyler, Ron Kennedy, Herbert Pöck, Jim Boni oder zum Schluss Lars Bergström hieß. Sein Debüt gab er am 7. Dezember 1989 in der DDR, kurz nach dem Fall der Mauer. Seit der B-WM 1991 in Laibach, als er bei seinen ersten Titelkämpfen gleich zum besten Verteidiger des Turniers gewählt worden war, hat er nur die WM 2003 wegen einer Knieverletzung ausgelassen. Und genauso wie er begonnen hatte, beendete er im Vorjahr auch seine WM-Karriere: Mit der Wahl in das All-Star-Team des Turniers (B-WM) in Innsbruck. Dort gelang auch die Mission Wiederaufstieg.

Kaum sicher auf den Beinen, begann der dreijährige Martin mit dem Eislaufen, mit vier Jahren jagte er schon dem Puck hinterher. Bereits mit sieben Jahren machte er seine erste Erfahrung mit Weltmeisterschaften, als er bei der Eröffnung der WM 1977 in Wien als Fahnenträger mit der rumänischen Flagge übers Eis kurvte. “Ich habe da Rotz und Wasser geheult, weil ich nicht die Rumänen wollte. Ich hätte sicher Kanada genommen, weil da mit Phil Esposito mein großes Vorbild mitgespielt hat”, erinnerte sich Ulrich einmal.

In der Saison 1987/88 gelang der Sprung in die Kampfmannschaft des WEV, 1996 ging er nach Deutschland, wo er für die Topclubs Adler Mannheim, Berlin Capitals und Düsseldorfer EG spielte. 2005 kam er zurück nach Österreich und holte mit Red Bull Salzburg noch zwei Meistertitel, ehe der mittlerweile in Salzburg wohnhafte Ulrich nach Zell wechselte.

Als Highlight seiner Karriere bezeichnet Ulrich das erste Jahr in Mannheim mit dem Meistertitel. “Das war eine außergewöhnliche Saison. Wir hatten Spieler aus so vielen Ländern, aber in der Mannschaft hat es super gepasst und wir haben nur ein paar Spiele verloren. Aber auch die letzte WM in Innsbruck war ein Höhepunkt und Olympia sowieso. Sportlich natürlich nicht so, aber man muss erst einmal dabei sein”, erklärte er.

Ulrich wird dem Eishockey als Experte des TV-Senders Sky erhalten bleiben, seine Konzentration gilt aber vor allem dem Start in seine zweite Karriere. Der 39-Jährige hat die Ausbildung zum Diplomierten Mentaltrainer abgeschlossen und beginnt am 5. Oktober in Salzburg mit dem Beruf. “Ich habe in meiner Karriere viel erlebt und habe da auch mit dem einen oder anderen Mentaltrainer gearbeitet”, erklärte Ulrich. “Es gibt Gute und weniger Gute.” Wie im Eishockey. Da zählte Ulrich zwei Jahrzehnte lang zu den wirklich Guten.

(Quelle: S24)

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