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Endzeitstimmung bei Printmedien in den USA

Die Finanzkrise und die drohende Rezession haben in den amerikanischen Zeitungsverlagen fast so etwas Endzeitstimmung ausgelöst.

Schon seit Jahren sinken Auflagen und Anzeigenerlöse, bedrängt das Internet das Geschäft. Der Marktwert der US-Medienunternehmen ist teilweise dramatisch abgestürzt – schätzungsweise um rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Und der wirtschaftliche Horizont für die US-Zeitungen verdüstert sich weiter. “Das Endspiel für die Zeitungen ist in Sicht” schreibt Prof. Philip Meyer in der “American Journalism Review” (AJR).

Die am Montag vom Fachverband ABC veröffentlichten Zahlen lassen in der Branche die Alarmglocken läuten. Mit einer täglichen Durchschnittsauflage von 38,2 Mio. der 507 von ABC erfassten US- Zeitungen verzeichneten die Verlage im Zeitraum März bis September 2008 einen Rückgang von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei den anzeigenträchtigen Sonntagsausgaben sank die Gesamtauflage um 4,9 Prozent auf 43,6 Mio. Früher galt schon der Verlust von jährlich einem Prozent Auflage als besorgniserregend.

Mit Entlassungen und Etatkürzungen suchen die Verlage die seit Jahrzehnten vergleichsweise hohen Profite der Branche zu retten. Der größte US-Zeitungsverlag, Gannett, kündigte vergangene Woche neue Entlassungen an, nachdem bereits im Sommer die Streichung von 1.100 Stellen bekanntgegeben worden war.

Die Zeitungsauflagen werden wohl vor allem durch das Internet geschwächt. Tatsächlich hat die Nutzung der Internet-Seiten von Zeitungen im dritten Quartal 2008 um 16 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 zugenommen. Mehr als 68 Mio. Amerikaner besuchten im Monat Zeitungs-Webseiten. Allerdings sind in diesem Jahr wider alle Prognosen bei vielen Blättern die Einnahmen aus dem Internetgeschäft zurückgegangen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.09.2019 um 06:10 auf https://www.salzburg24.at/archiv/endzeitstimmung-bei-printmedien-in-den-usa-59603197

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