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Facebook schließt Seite mit Appell zu "Intifada" gegen Israel

Die Betreiber des Internet-Netzwerks Facebook haben eine Seite gesperrt, auf der zur "dritten Intifada" gegen Israel aufgerufen wurde. Die Seite, die knapp eine halbe Million "Fans" angezogen hatte, sei zunächst als Aufruf zu friedlichen Demonstrationen genutzt worden, zudem hätten die Moderatoren gewaltfördernde Kommentare gelöscht, teilte Facebook am Donnerstag in einem Brief an die israelische Regierung mit, der vom israelischen Informationsministerium veröffentlicht wurde.

In den Kommentaren sei dann zunehmend zu Gewalt aufgerufen worden, bis sich schließlich auch die Moderatoren daran beteiligt hätten, hieß es von Facebook. Die Seite wurde schließlich am Dienstag gelöscht, nachdem Israel die Facebook-Direktion damit konfrontiert hatte, dass auf der Seite dazu aufgerufen werde, "Israelis und Juden zu töten". Auf der am 6. März ins Leben gerufenen Seite war zum dritten palästinensischen Aufstand gegen Israel - der dritten Intifada - ab dem 15. Mai aufgerufen worden, dem Unabhängigkeitstag Israels, den die Palästinenser als "Nakba" (Katastrophe) bezeichnen.

Facebook schließt Seiten nur unwillig

Die Betreiber des sozialen Netzwerks Facebook erklärten, nicht gerne Seiten zu schließen, da sie von der freien Meinungsäußerung überzeugt seien. "Wenn es sich allerdings dahin entwickelt, dass dort direkt zu Gewalt aufgerufen wird oder Ausdrücke des Hasses wiedergegeben werden, wie es hier geschehen ist, werden wir diese Seiten schließen", hieß es. Auch in Zukunft werde mit derartigen Seiten so verfahren. Zudem seien die Moderatoren der Seite zuvor mehrfach verwarnt worden.

Unterdessen hat ein Komitee der Vereinten Nationen die internationale Gemeinschaft aufgerufen, einen Palästinenserstaat in den Grenzen von 1967 anzuerkennen. Der Aufruf erfolgte bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Staaten in Montevideo zur Förderung des israelisch-palästinensischen Friedens. Nachdem Brasilien bereits Anfang Dezember 2010 Palästina als unabhängigen Staat anerkannt hatte, war eine Reihe lateinamerikanischer Länder der Entscheidung gefolgt.

Laut israelischem Außenministerium sprechen sich zudem israelische Diplomaten dafür aus, dass Israel jetzt einen palästinensischen Staat in vorläufigen Grenzen anerkennt. Die Palästinenser wollen die UNO bei der nächsten UN-Vollversammlung im Dezember zur Anerkennung eines unabhängigen Staates in den Grenzen vor 1967 auffordern. Nach Einschätzung der Befürworter einer Anerkennung in den vorläufigen Grenzen könnten die endgültigen Grenzen später zwischen beiden Seiten geregelt werden. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas schließt allerdings Zwischenlösungen und einen Staat in vorläufigen Grenzen aus.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 23.08.2019 um 03:03 auf https://www.salzburg24.at/archiv/facebook-schliesst-seite-mit-appell-zu-intifada-gegen-israel-59176675

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