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Fast 40.000 Menschen in Darfur vor Gewalt geflohen

In der sudanesischen Krisenregion Darfur haben Milizen mit Plünderungen und Brandstiftungen fast 40.000 Menschen in die Flucht getrieben. In den Flüchtlingslagern Kalma und Al-Salam nahe der süd-darfurischen Hauptstadt Nyala seien rund 19.500 neue Flüchtlinge angekommen, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag mit.

Am Montag hatte bereits das Welternährungsprogramm (WFP) die Ankunft von 20.000 Vertriebenen im Dorf Sanya Deleiba 35 Kilometer von Nyala entfernt gemeldet. Besonders besorgniserregend sei die Gewalt im Staat Süd-Darfur, erklärte die Mission der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union in Darfur (UNAMID). Ganze Dörfer seien verwüstet worden. UNAMID wirft der sudanesischen Regierung vor, ihren Blauhelmen den Zugang zu der Krisenregion zu verwehren.

Laut örtlichen Quellen steckt vor allem die Miliz "Rasche Unterstützungskräfte" hinter der Gewalt. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur SUNA hatten deren Kämpfer zunächst die Sicherheitskräfte gegen Rebellen in Kordofan unterstützt. Später seien sie aber verjagt worden, weil sie Panik und Anarchie verbreitet hätten. In Darfur gibt es außerdem seit längerer Zeit Stammeskonflikte und einen Anstieg der Kriminalität.

Zehn Jahre nach dem Höhepunkt des Darfur-Konfliktes gibt es nach UN-Angaben noch immer fast zwei Millionen Binnenflüchtlinge in der Krisenregion. 2003 hatten sich nicht-arabische Rebellen gegen die Dominanz der Araber im Sudan erhoben. Die arabischen Janjawid-Milizen überzogen daraufhin mit Unterstützung der Regierung das Land mit Gewalt. Beobachtern zufolge hat die Regierung seit langem die Kontrolle über die Milizen verloren.

(Quelle: S24)

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