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Feierstunde nach dem 600. "Jedermann"

In der 91-jährigen Festspielgeschichte fand am Montag der letzte heurige Jedermann statt. Zum 600. Mal wurde das bekannte Stück gespielt, was natürlich ordentlich in der Stiegl-Brauwelt gefeiert wurde.

Es endete, wie es begann. Geschätzt ein Dutzend Mal schlug Jedermann-Tod Ben Becker auf den Zapfhahn, dann spritzte das Bier und letztendlich ließen sich die Krüge füllen.

Einen Tag vor dem offiziellen Festspielende ging die heurige Jedermann-Saison zu Ende. Genauso zünftig wie man die Premiere im Biergarten feierte, ließ man in der Stiegl-Brauwelt.

Hauptdarsteller Nicholas Orczarek wurde krank

noch einmal die Nacht zum Tag werden. Einzig und allein Hauptdarsteller Nicholas Ofczarek musste dem Bier und dem zünftigen Salzburger Buffet entsagen. Er war gesundheitlich angeschlagen, spielte einmal mehr glänzend das ?Leben und Sterben eines reichen Mannes?, verbeugte sich beim Schlussapplaus und fuhr dann gleich Richtung Wien.

Der letzte heurige Jedermann war übrigens genau der 600. in der 91-jährigen Festspielgeschichte. Und heuer hatte man mit allen Wetterkapriolen zu kämpfen, die so ein Salzburger Sommer bieten kann. Kalte Temperaturen, wo nicht wenige in Decken gehüllt die zwei Stunden am Domplatz saßen.

59 Grad auf der Bühne

Eine Aufführung, wo man bereits nach zwanzig Minuten wegen des Salzburger Schnürlregens in das Große Festspielhaus übersiedeln musste und letztendlich die große Hitze der letzten Woche. ?Die Feuerwehr hat 59 Grad auf der Bühne gemessen, bei 60 Grad hätten wir wegen der pyrotechnischen Effekte nicht mehr spielen dürfen?, so ?Teufel-Darsteller? Peter Jordan.

Hitze hin, Wetter her, Buhlschaft Birgit Minichmayr sah Montagabends im Ende ein bisschen Wehmut: ?Wenn der letzte Jedermann vorbei ist, ist leider auch der Sommer vorbei und der Herbst ist nicht so meine Jahreszeit. Ab nächster Woche probe ich in München für ein neues Stück, dann bereite ich mich auf eine Filmrolle vor, privat übersiedle ich in eine andere Wohnung und stehe inmitten lauter Übersiedlungskartons.

Ben Becker bleibt in Wien

Schließlich noch BenBecker, der erst mit gehöriger Verspätung zur Feierrunde stieß, nachdem er eine mehr als einstündige Abschminkprozedur über sich ergehen lassen musste. ?Schaut ganz so aus, dass ich nächstes Jahr wieder dabei bin. Aber vorerst bleibe ich den Österreichern sowieso erhalten. Ich spiele jetzt in Wien Theater?.

Ebenfalls unter den Gästen: Das Festspiel-Trio Präsidentin Helga Rabl Stadler samt ihren beiden scheidenden ?Männern? Intendant Markus Hinterhäuser und Schauspielchef Thomas Oberender sowie der treueste Jedermann-Besucher der letzten Jahre, Medienmanager Hans Mahr: ?Seit 1973 war ich jedes Jahr hier, hab den Jedermann mitunter bis zu drei Mal in einem Jahr gesehen. Von den insgesamt bisher 600 Vorstellungen war ich 40 Mal selbst dabei, beim 50er gibt´s dann auch ein Fest.? (Neumayr)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 19.07.2019 um 06:13 auf https://www.salzburg24.at/archiv/feierstunde-nach-dem-600-jedermann-59255071

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