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Franziska van Almsick: "Es gibt auch ein Leben nach dem Sport"

Einst war sie Profi-Sportlerin und Model, heute widmet sich Franziska van Almsick neuen Wegen: Wir sprachen mit der ehemaligen deutschen Schwimmerin und mehrfache Welt- und Europameisterin über ihr Leben abseits des Sports und über die Gratwanderung eines Profis mit dem Ruhm. 

"Franzi" nannten sie die Medien gerne, als sie während ihrer aktiven Zeit als Schwimmerin fast schon eine Art Pop-Star in Deutschland war. Heute  ist Franziska van Almsick Vizepräsidentin der Sporthilfe und Werbestar. Auch engagiert sie sich sehr für humanitäre Projekte: Heuer unterstützt sie als Botschafterin die Aktion „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“ von Pampers für UNICEF. 

Franziska van Almsick im Gespräch

Sie haben mit ihrer Schwimmer-Karriere sehr früh begonnen – wann wussten Sie, dass das Ihr Weg für die Zukunft ist?  Schon sehr früh, ich habe mit fünf Jahren mit dem Schwimmen begonnen. Mein großer Bruder war Schwimmer, er hat mich damals "in Wasser geführt". Ich wusste sehr schnell: Das ist es. Ich wollte auch nie etwas anderes machen. Hatten Sie neben dem Sport die Möglichkeit, ein „normaler Teenager“ zu sein? Sie waren damals ja eine Art „Popstar“ … Ich hatte viele Freunde, die fast alle ebenfalls Sportler waren. Ich hatte kaum Freundschaften außerhalb des Sports, wir gingen alle gemeinsam auf die Schule, hatten zusammen jeden Tag Training ... wir kannten es gar nicht anders. Daher hab ich wohl auch nie etwas vermisst. Wie bleibt man frei von Star-Allüren, wenn man so jung schon so erfolgreich ist? Der Schlüssel ist wohl das Umfeld. Ich hatte viel Unterstützung von meiner Familie, die mich aber auch von klein auf gelehrt hat, dass man sich Erfolg hart erarbeiten muss. Von nichts kommt nichts, das wusste ich schon sehr früh. Stichwort „Doping-Skandale“: Ist es schwer, als Sportler dieser Versuchung zu widerstehen? Ich habe mir selbst nie für mich darüber Gedanken gemacht. Als ehrlicher und fairer Sportler braucht man so etwas nicht - das ist als Profi einfach eine Grundregel. Und meiner Meinung nach jeder Verstoß gegen diese Regel auch hart bestraft werden. Sie engagieren sich für verschiedene wohltätige Initiativen. Welche sind Ihnen besondere Herzensangelegenheiten? Normalerweise bin ich vor allem in Deutschland humanitär aktiv. Heuer wollte ich aber ein wenig über den Tellerrand hinaussehen: Gemeinsam mit der Firma "Pampers" war ich für UNICEF in Zentralafrika und hab mir vor Ort angesehen, wie Hilfsprojekte dort im Bereich Tetanus-Impfungen arbeiten. In den Entwicklungsländern alle 9 Minuten ein Neugeborenes an Tetanus. Zu sehen, wie es dort manchen Kindern geht, berührt einen sehr. Besonders, wenn man selbst Mutter ist. Mehr Engagement für solche Projekte ist sehr wichtig, denn man kann auch viel bewirken. Wie kann man dieses spezielle Projekt unterstützen? Schon seit 2006 unterstützt Pampers gemeinsam mit weiteren Marken UNICEF mit der Aktion „1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis“. Mit jedem Kauf eines mit dem Aktionslogo gekennzeichneten Produktes (im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2011, Anm.) spendet Pampers den Wert einer Impfdosis für gebärfähige Frauen in Zentralafrika an UNICEF. Ein sehr wichtiges Projekt also (weitere Informationen dazu hier). Während Ihrer aktiven Sportlaufbahn nahmen Sie auch immer wieder an Fotoshootings teil. Wollten Sie zeigen, dass in der Sportlerin auch eine Frau steckt? Das Modeln war anfangs Just For Fun für mich. Dadurch kamen später auch viele Werbeaufträge - es hat mir einfach Spaß gemacht, Neues zu versuchen und kurz in andere Rollen zu schlüpfen! Ich denke aber auch, man muss als Sportler wissen, wo die Grenze ist; welches Shooting OK ist, und welches eben nicht. Oben-Ohne Fotos hätte ich zum Beispiel nie gemacht. Gibt es Dinge aus der Vergangenheit, die Sie heute anders machen würden?  Heute denke ich mir, dass ich gerne mein Abitur gemacht hätte. Das ging damals neben meiner Profi-Karriere einfach nicht. Heute ist es zwar noch nicht ad acta ... aber im Prinzip würde jetzt jedem jungen Sportler raten, eine Ausbildung abzuschließen. Denn es gibt auch ein Leben nach dem Sport. Schwimmen Sie selbst heute noch gerne? Mittlerweile wieder (lacht). Vor allem mit meinem kleinen Sohn, der kommt jetzt in  das Alter. Er lernt zwar mit Lehrer - aber die Mama hilft auch ein bisschen. Ihm macht es Freude, und mir auch. (Interview: Amina Beganovic)

Links zu diesem Artikel:

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.02.2021 um 04:56 auf https://www.salzburg24.at/archiv/franziska-van-almsick-es-gibt-auch-ein-leben-nach-dem-sport-59285392

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