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Fußballprofi Morosini erlitt während Spiel Herzinfarkt - tot

Ein tödliches Drama in einem Zweitligaspiel hat am Samstag den italienischen Fußball erschüttert.

Piermario Morosini vom AS Livorno erlitt während eines Gastspiels in Pescara einen Herzinfarkt. Der 25-Jährige konnte nicht mehr gerettet werden und starb. Nach dem Todesfall entschied der italienische Verband (FIGC), sämtliche Spiele in den Profiligen, darunter die zehn der Serie A, an diesem Wochenende abzusagen.

Für Morosini kam jede Hilfe zu spät

Morosini brach in der 31. Minute der Partie beim Stand von 2:0 für sein Team ohne Fremdeinwirkung zusammen. Der Mittelfeldspieler richtete sich kurz wieder auf, wirkte stark beeinträchtigt und ging erneut zu Boden. Morosini wurde noch auf dem Platz erstversorgt und in ein Krankenhaus in Pescara gebracht. Dort wurde er in ein künstliches Koma versetzt, verstarb aber laut Angaben der Liga gegen 17.00 Uhr. "Wir haben alles versucht, aber er hat nie mehr das Bewusstsein zurückerlangt", erklärte Doktor Leonardo Paloscia. Schon bei der Ankunft im Spital könnte Morosini tot gewesen sein. Seit Winter war der Mittelfeldmann vom Erstligisten Udinese an Livorno verliehen. Morosini durchlief zuvor auch die italienischen Nachwuchs-Auswahlen bis zur U21. In Livorno war der ehemalige österreichische U21-Teamspieler Jürgen Prutsch sein Clubkollege. Tödliche Zusammenbrüche auf dem Platz sind im Profi-Fußball in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen. 2003 etwa verstarb der Kameruner Marc-Vivien Foe nach einem Kollaps im Halbfinale des Confederations Cup, 2007 der Spanier Antonio Puerta nach einem Ligaspiel seines Clubs FC Sevilla gegen Getafe, in dem er mehrere Herzstillstände erlitten hatte.

Muamba nach Herzstillstand 78 Minuten "praktisch tot"

In England schockierte Mitte März der Kollaps von Patrice Muamba im FA-Cup-Viertelfinale der Bolton Wanderers gegen die Tottenham Hotspurs. Der Mittelfeldspieler war laut Ärzten nach einem Herzstillstand 78 Minuten "praktisch tot". Der 24-Jährige machte im Krankenhaus zuletzt erste Schritte, befindet sich aber weiterhin auf der Intensivstation und wird wohl nie wieder Profi-Fußball spielen können.

Italien geschockt - ärztliche Kontrollen gefordert

Die italienische Regierung verlangt als Folge gründlichere ärztliche Kontrollen im Sport. "Morosinis Tod ist nicht die erste Tragödie, die den italienischen Sport erschüttert. Man muss sich fragen, ob es nicht mehr und weitreichendere Kontrollen geben muss. Es darf nie wieder vorkommen, dass ein 25-Jähriger beim Fußballspielen stirbt", erklärte Sportminister Piero Gnudi. Bei Marosini wurde eine Obduktion angeordnet, um die Todesursache zu klären. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der frühere U21-Nationalspieler einem Aneurysma infolge eines Zusammenstoßes mit einem Pescara-Mittelfeldspieler erlegen sei. Polemik herrscht um die Rettungsaktion, die nicht reibungslos verlaufen sein soll. Ein Polizeiauto soll mehrere Minuten lang die Zufahrt des Krankenwagens zum Spielfeld verhindert haben. Daher sei Morosini erst mit Verspätung ins Spital eingeliefert worden.

Trauer und Bestürzung nach Tod Morosini

Der italienische Fußballverband sagte alle Erst- und Zweitligaspiele des Wochenendes ab. Sie werden am 25. April nachgeholt. Das Nationale Olympische Komitee Italiens ordnete für alle Sportveranstaltungen des Wochenendes eine Schweigeminute an. "Keine Worte können meine Gefühle ausdrücken, die ich bei der Nachricht vom Tod von Piermario Morosini empfunden habe", schrieb FIFA-Präsident Joseph Blatter auf Twitter: "Nur Tränen."(APA)
(Quelle: S24)

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