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G-7-Staaten sagten Gipfel mit Russland ab

Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten haben den für Juni geplanten G-8-Gipfel mit Russland abgesagt. Statt dem Treffen in Sotschi soll ein G-7-Gipfel im Juni in Brüssel ohne Beteiligung der Regierung in Moskau stattfinden, wie EU-Ratspräsident Van Rompuy am Montag mitteilte. Außerdem sollen härtere Sanktionen im Wirtschaftsbereich gegen Russland vorbereitet werden.

Die G-7-Staaten drohen Russland mit schärferen Sanktionen, sollte die Regierung in Moskau den Ukraine-Konflikt weiter verschärfen. "Wir bleiben dazu bereit, unser Handeln zu verschärfen", erklärten die G-7-Staaten am Montag nach einem Krisentreffen in Den Haag.

Zudem wird Russland aus der Gemeinschaft der G-8 suspendiert, bis Moskau seinen Kurs ändert, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Russlands Außenminister Sergej Lawrow gab sich diesbezüglich betont gelassen. Wenn das Treffen der großen Industriestaaten mit Russland nicht stattfinde, "ist das keine große Tragödie", sagte Lawrow am späten Nachmittag in Den Haag. "Wenn unsere westlichen Partner denken, dass sich das Format überlebt hat, dann ist das eben so." Russland werde jedenfalls nicht versuchen, an dem Format festzuhalten, fügte er hinzu.

Der nächste G-8-Gipfel sollte eigentlich am 4. und 5. Juni in der russischen Olympiastadt Sotschi am Schwarzen Meer stattfinden. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hatte bereits vor der Krisensitzung am Rande des Atomsicherheitsgipfels in Den Haag gesagt, dass sie die Bedingungen für einen G-8-Gipfel mit Russland angesichts der Ukraine-Krise nicht gegeben sehe. Ähnlich hatte sich der britische Premier David Cameron geäußert.

US-Präsident Barack Obama hatte das G-7-Treffen am Rande des Atomsicherheitsgipfels in Den Haag angesichts des sich zuspitzenden Konflikts mit Moskau um die ukrainische Halbinsel Krim beantragt. Die Gruppe sagte der Ukraine erneut volle Unterstützung zu.

Die Gruppe der Acht (G-8) ist seit Jahren eine feste Größe in der internationalen Diplomatie. Auf ihren Gipfeln tauschen sich die Staats- und Regierungschefs aus den USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien, Deutschland und Russland einmal im Jahr über die Probleme der Welt aus.

Am Rande des Atomgipfels traf Lawrow mit seinem ukrainischen Kollegen Andrej Deschtschiza zu einem Krisengespräch zusammen, wie das russische Außenministerium mitteilte. Zuvor hatte bereits die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle aus der russischen Delegation gemeldet, Lawrow habe einem Treffen zugestimmt. Deschtschiza hatte zuvor erklärt, er hoffe auf ein Gespräch mit Lawrow, um "darüber zu diskutieren, wie wir (die Krise) friedlich lösen können". Es ist zwischen beiden Seiten das ranghöchste Gespräch seit Beginn der Krise.

(Quelle: S24)

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