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Gazastreifen bekommt Meerwasserentsalzungsanlage

Die katastrophale Trinkwasserversorgung im Gazastreifen soll durch den Bau einer Anlage zur Meerwasserentsalzung im Süden des isolierten Palästinenser-Gebietes deutlich verbessert werden. Am Donnerstag wurde im Küstenort Deir al-Balah der Grundstein für die Anlage gelegt. Die Europäische Union trägt die Gesamtkosten von zehn Millionen Euro für das vom Kinderhilfswerk UNICEF geleitete Projekt.

Die Anlage wird ab 2015 täglich 6000 Kubikmeter Trinkwasser an 75.000 Einwohner der Städte Khan Younis und Rafah liefern. Bei der Grundsteinlegung erinnerte der EU-Repräsentant in den Palästinensergebieten, John Gatt-Rutter, daran, dass "viele Einwohner des Gazastreifens täglich an Wasserknappheit leiden und andere ausschließlich Wasser äußerst schlechter Qualität bekommen." Die EU-Hilfen konzentrierten sich hier deshalb auf die Bereiche Trinkwasser, Abwasserbehandlung und Müllentsorgung. Die fortschreitende Verschlechterung der Lebensbedingungen in dem dicht besiedelten Küstenstreifen "unterstreicht aber die dringende Notwendigkeit, den Nahostkonflikt dauerhaft zu lösen", sagte Gatt-Rutter.

Wegen der permanenten Überbeanspruchung des einzigen Grundwasserleiters unter dem Küstengebiet warnte die UNO 2012 in einem Bericht, diese Wasserschicht könne schon 2016 endgültig unbrauchbar werden. Über 90 Prozent des geförderten Grundwassers ist heute schon ungenießbar. Wegen zu hoher Entnahmen fließen Salzwasser, Abwässer und Düngerrückstände in die sinkende Grundwasserschicht nach. Vier von fünf Bewohnern des von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Gazastreifens müssen ihr Trinkwasser deshalb bei behördlich nicht kontrollierten Wasserhändlern kaufen. Viele Familien wenden ein Drittel ihres Haushaltseinkommens für Wasser zweifelhafter Qualität auf.

(Quelle: S24)

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