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Gekonnter Elektrorock: Justice im Wiener Gasometer

Wo diese beiden Herren hinkommen, gibt es in der Regel volles Haus: Justice lieferten am Donnerstag Abend ein DJ-Set ohne Gimmicks, ohne übertriebene Lichtshow oder tanzenden Akteuren - sondern einfach nur gute elektronische Musik. Das kam mehr als gut an im ausverkauften Wiener Gasometer.

Mit der Lederjacke in die Disco, so kann man den Sound und Stil von Justice wohl beschreiben. So erinnerte Gaspard Auge auch gestern visuell eher an einen Rocker. Entsprechend gestaltete sich auch das Konzert als Mischung aus Elektroset und Rockkonzert. Mit ihrem Elektrorock lieferten die Franzosen 2007 mit ihrem Debüt nicht nur ihren gelobten Beitrag zum New Rave. Auf ihrem im Vorjahr veröffentlichten zweiten Album "Audio, Video, Disco" schreckten die Pariser dann nicht davor zurück, auch verpönte Prog-Rock-Elemente in den Elektrosound zu integrieren, was bei Fans und Kritik nicht nur auf Zustimmung stieß. Justice können die Gegensätze vereinen.

Justive live: Pure Tanz-Euphorie

Bei der Livepräsentation zeigten sie Zurückhaltung. Zu ihren Seiten je ein Quader, bestehend aus neun mit LED-Lampen ausgestatteten Marshall-Boxen, ein leuchtendes bis blinkendes Kreuz vor ihrem Pult, aus dem später noch stilisierte Orgelpfeifen wachsen sollten. Dahinter die beiden Pariser selbst, stoisch an Schaltern und Reglern agierend. Und sie versetzten den Saal vom ersten Moment an in pure Euphorie. So gab es nur Tanzende, die Sitzplätze benötigte gestern keiner. Die neue Single "Civilization" war einer der ersten Tracks, der in einer extrem langen, variantenreichen Version präsentiert wurde. Ohne durchgängige Beats, mit anfangs wenig Vokals und vielen Tempowechseln wurde die Halle in Ekstase versetzt. Justice sind aber auch eine hippe Trademark samt dazugehörigem Hype, und der tanzte gestern selbstverständlich auch ein wenig mit. Denn durchaus gibt es DJs auf diesem Planeten, die ebenso druckvolle Sets zustande bringen - und längere. Denn ein Track, der Joe Jacksons 80er-Hit "Steppin Out" zitierte, führte nach knapp mehr als einer Stunde zu sich immer mehr steigernden Beats, danach zu einer Verbeugung und schließlich dem Abgang der Herren Auge und de Rosny. Der Applaus zeigt, man wollte jetzt noch keinesfalls gehen und immerhin 20 Minuten durfte man noch zur Zugabe bleiben. Sicher ist, die Wiener würden sich über ein baldiges Wiedersehen freuen.

So klingen Justice

  (APA /Red.)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 04:26 auf https://www.salzburg24.at/archiv/gekonnter-elektrorock-justice-im-wiener-gasometer-59316400

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