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Gottesdienst des Papstes mit neuen Kardinälen

19 neue Kardinäle wurden am Samstag ernannt Salzburg24
19 neue Kardinäle wurden am Samstag ernannt

Papst Franziskus hat am Sonntag am letzten Tag des viertägigen Konsistoriums gemeinsam mit den neuen Kardinälen im Petersdom einen Dankgottesdienst gefeiert. Franziskus hatte am Samstag im Vatikan 19 neue Kardinäle kreiert. Es handelt sich um das erste Konsistorium des argentinischen Papstes, dessen Pontifikat im März 2013 begonnen hatte.

In seiner Predigt rief Franziskus die 19 neuen Kardinäle auf, ihr Leben der Heiligkeit zu widmen. "Der Kardinal tritt in die Kirche Roms ein, nicht in einen Hofstaat. Vermeiden wir alle höfischen Gewohnheiten und Verhaltensweisen wie Intrigen, Tratsch, Seilschaften, Günstlingswirtschaft, Bevorzugungen, und helfen wir uns gegenseitig, sie zu vermeiden. Unser Reden sei das des Evangeliums", betonte der Heilige Vater. Er rief die Kardinäle auf, einig zu bleiben.

Der Pontifex zog mit den neuen Kardinälen an der Spitze einer Prozession vor Beginn des Dankgottesdienstes in den Petersdom ein. An der Prozession beteiligten sich auch die anderen 150 Kardinäle, die am Konsistorium teilgenommen haben.

An der feierlichen Zeremonie zur Kreierung der Kardinäle im Petersdom hatte sich am Samstag überraschenderweise auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. beteiligt, der von Franziskus vor Beginn der Zelebration umarmt wurde. Seit seinem Amtsverzicht am 28. Februar 2013 hatte Benedikt nicht mehr an Zeremonien im Petersdom oder anderen öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen.

Franziskus übergab den neuen Kardinälen im Petersdom das traditionelle rote Birett und ihren Ring. Einer der designierten Purpurträger, der 98-jährige Loris Capovilla, konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht zu den Feierlichkeiten nach Rom anreisen. Im Petersdom saßen die Delegationen aus den 15 Herkunftsländern der neuen Kardinäle. Anwesend waren die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und ihr Amtskollege aus Haiti, Staatsoberhaupt Michel Martelly.

Der Papst rief in seiner Predigt zu Gebeten für verfolgte Christen auf. Franziskus betonte, dass die Kirche "den Mut" der Kardinäle benötige. Er warnte vor Rivalitäten in der Kirche, wenn nicht Solidarität und Zusammenhalt überwiegen.

Das Kardinalskollegium wird mit den 19 neuen Kardinälen noch internationaler und wieder etwas lateinamerikanischer. Von Haiti bis Nicaragua, von den Philippinen bis Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) - die neuen Papstwähler kommen mehrheitlich aus Schwellenländern, darunter Brasilien, Burkina Faso und die Philippinen. Fünf der insgesamt 16 neuen Kardinäle, die jünger als 80 Jahre sind und damit zur Papstwahl berechtigt wären, kommen aus dem Heimatkontinent von Franziskus. Aus Afrika, Asien und Europa sind es jeweils zwei, aus Nordamerika nur einer. Nur vier sind Leiter römischer Zentralbehörden. Zu ihnen zählen der neue Staatssekretär Pietro Parolin und die Präfekten der Glaubens- und der Kleruskongregation, Gerhard Ludwig Müller und Beniamino Stella. Auch der neue Generalsekretär der Bischofssynode, Lorenzo Baldisseri, erhält das blutrote Kardinalsbirett.

Insgesamt überschreitet das Kardinalskollegium mit 122 wahlberechtigten von insgesamt 218 Mitgliedern wieder leicht die vorgeschriebene Obergrenze von 120. Zuletzt hatte Benedikt XVI. im November 2012 sechs Kirchenmänner zu Kardinälen ernannt. Das größte Konsistorium der Kirchengeschichte hatte 2001 Johannes Paul II. veranstaltet, als er gleichzeitig über 40 neue Kardinäle ernannte. Dabei überschritt er die von Paul VI. im Jahr 1968 erlassene Höchstzahl von 120 Wahlberechtigten - zeitweise gab es unter Johannes Paul 135 Purpurträger unter 80 Jahren. Den Kardinälen kommt bei der Führung der katholischen Kirche eine besondere Rolle zu.

(Quelle: S24)

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