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Halleiner Sahara-Geiseln sind frei

Bamako, Hallein – Wie Außenministerin Plassnik am Freitag mitteilte, befinden sich die am 22. Februar in Tunesien entführten Halleiner Wolfgang Ebner (51) und Andrea Kloiber (43) derzeit unter dem Schutz der malischen Armee und seien auf dem Weg nach Bamako. Sprecher der Angehörigen  | Chronologie

Dort sollen sie in die Obhut des österreichischen Teams übergeben werden. Plassnik wird die beiden persönlich in Mali in Empfang nehmen. Die malischen Behörden hätten mitgeteilt, dass die beiden Salzburger “den Umständen entsprechend wohlauf” seien, so Plassnik. Jetzt gehe es darum, ihre rasche und sichere Rückkehr nach Österreich zu organisieren, betonte die Ministerin. Bereits in den nächsten Stunden werde ein Flugzeug nach Bamako fliegen, um Ebner und Kloiber sicher nach Hause zu bringen.

Plassnik sagte, sie habe die Familienangehörigen in Salzburg bereits persönlich von der Freilassung informiert. Sie dankte ebenso wie Bundeskanzler Gusenbauer dem Präsidenten Malis, Amadou Toumani Touré, als auch den in Österreich mit der Freilassung befassten Stellen, unter ihnen dem nach Afrika entsandten Sonderbotschafter Anton Prohaska. Die Sicherheit und Unversehrtheit der beiden Entführten sei “in jeder Phase der Bemühungen im Mittelpunkt” gestanden.

Gusenbauer zeigte sich über die Freilassung “froh und erleichtert”. Gusenbauer erklärte, dass die beiden nach ihrer Rückkehr nach Österreich medizinisch versorgt werden. Er wünsche ihnen “ein wenig Ruhe, um die dramatischen Erlebnisse der Geiselhaft zu verarbeiten und mit ihren Familien ein Wiedersehen zu feiern”. “Diese sinnlose Geiselnahme hat uns vor Augen geführt, wie leicht völlig Unbeteiligte zum Opfer terroristischer Aktivitäten werden können, und wie wichtig ein enges und solides internationales Kontaktnetzwerk ist, um solche Krisen zu bewältigen.”

Das österreichische Paar wurde während eines Urlaubs in der Wüste von Tunesien von der “Al Kaida im Islamischen Maghreb” entführt. Die Entführer hatten ursprünglich die Freilassung von Gefolgsleuten gefordert. Später stellten Forderungen “regionaler Natur” wie den Zugang zu Wasser, die Nutzung von Bodenschätzen und Wegerechte. Laut Medienberichten verlangte sie auch Lösegeld, das Außenministerium dementierte dies allerdings.

Angehörige sind erleichtert

“Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen - ich kann es kaum fassen! Ich kann es erst wirklich glauben wenn ich Andrea wieder in die Arme schließen kann”, sagte die Mutter von Andrea Kloiber, Christine Lenz, nachdem sie von der Freilassung ihrer Tochter erfahren hatte.

“Natürlich verspüre ich Erleichterung, ich kann es noch nicht ganz realisieren”, reagierte Bernhard Ebner, Wolfgang Ebners Sohn, ähnlich erleichtert über die gute Nachricht. “Endlich sind sie frei! Das war mehr als überfällig, doch die langwierigen Verhandlungen des Krisenstabes haben sich ausgezahlt”, so Ebner in einer Aussendung der Angehörigen.

(Quelle: S24)

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