Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Hans Grugger freut sich nach Entlassung auf zu Hause

57 Tage nach seinem schweren Sturz auf der Streif in Kitzbühel darf Hans Grugger wieder nach Hause.

Der 29-jährige ÖSV-Skirennlennläufer wurde am Freitagvormittag aus dem Krankenhaus Hochzirl bei Innsbruck entlassen und wird nun externe Therapie machen. Grugger berichtete vor seiner Heimreise in einer Pressekonferenz, dass es ihm inzwischen so weit gut gehe, dass er nur noch Probleme mit dem linken Fuß habe. Der Salzburger wurde anschließend von seiner Lebensgefährtin Ingrid Rumpfhuber abgeholt und nach Hause nach Bad Hofgastein gebracht.

"Mir geht es soweit gut und ich freue mich auf daheim", erklärte Grugger. "Ich freue mich endlich wieder bei meiner Freundin zu schlafen und auf das Essen der Mama." Für Grugger ist acht Wochen nach seinem Horrorsturz auf der Streif die Rehabilitation noch nicht zu Ende, er werde Physio- und Ergotherapie noch einige Wochen in Bad Gastein machen müssen.

Probleme hat Grugger nur noch mit dem linken Fuß, bei dem in Folge des Sturzes und des Schädelhirntraumas auch Lähmungserscheinungen aufgetreten waren. "Das normale Gehen geht inzwischen aber schon recht gut", berichtete Grugger, der auch Probleme mit der Konzentration und der Aufmerksamkeit einräumte: "Nach außen habe ich alles im Griff, im Inneren noch nicht. Zum Beispiel kann es passieren, dass ich mich nicht erinnere, was ich vor zehn Minuten gesagt habe. Aber ich hoffe, dass es wieder ganz normal wird."

Universitätsprofessor Lepold Saltuari, Leiter der Neurologie in Hochzirl, streute seinem Patienten Rosen: "Er war ein optimaler Patient, der optimal und intensiv kooperiert hat." Normalerweise müssen Patienten nach einer derartigen schweren Schädelhirnverletzung zwischen drei und vier Monaten Rehabilitation machen, Grugger konnte schon nach zwei Monaten entlassen werden. "Das ist eine sehr positive Nachricht", betonte Saltuari.

Der behandelnde Arzt bezeichnete Gruggers Verletzung als einen Kurzschluss des Gehirns. "Mit Impulsen wird das Gehirn dann wieder stimuliert", erläuterte Saltuari. "Dazu ist die familiäre Umgebung sehr wichtig, ein steriles Krankenhaus kann dies nicht übernehmen." Grugger sei soweit therapiert worden, dass er wieder selbstständig leben kann. In vier Wochen soll Grugger, nach neuerlichen neurologischen Tests, auch wieder Autofahren können.

Grugger soll auch wieder Skifahren können. "Jedenfalls haben wir einen Skitag mit der ganzen Station ausgemacht", erzählte der Arzt. Grugger selbst sagte zu diesem Thema, er freue sich schon wieder aufs Skifahren. Ob er auch wieder Rennfahren wird, ließ er hingegen offen: "Das ist ein anderes Thema und derzeit noch nicht so wichtig."

Seinen Horrorsturz sah Grugger bisher einmal im Fernsehen. "Aber ich habe mich damit mental noch nicht so richtig beschäftigt", so der Rennläufer, der auch keine Erinnerungen an die Geschehnisse in Kitzbühel hat. "Meine Erinnerung ist vier Tage vorher vorbei und setzt so drei Wochen nach dem Unfall wieder ein."

Grugger, der in seiner Karriere vier Weltcupsiege gefeiert hatte, bezeichnete seinen Kampf um Gesundheit als wichtigsten Sieg. Geholfen habe in dabei seine Freundin Ingrid, die ihn täglich betreut hat. "Ich habe als Sportler zehn Jahre trainiert und gelernt mir Ziele zu setzen, das hat mir auch geholfen", sagte Grugger, der in Anspielung auf seine vier Knieverletzungen auch sagte: "Da habe ich gelernt, mit Geduld umzugehen." Geduld, die ihn auch in der Rehabilitation geholfen habe.

Grugger war am 20. Jänner beim Abfahrtstraining für die Hahnenkammabfahrt bei der Einfahrt zur Mausefalle der Streif in Kitzbühel schwer gestürzt. Der ÖSV-Fahrer wurde damals mit einem Schädelhirntrauma sofort in die Innsbrucker Klinik geflogen und notoperiert. Nach einigen Tagen im Koma wurde der Salzburger am 18. Februar in das Landeskrankenhaus Hochzirl, eine Spezialklinik für neurologische Rehabilitation, verlegt.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 23.08.2019 um 03:31 auf https://www.salzburg24.at/archiv/hans-grugger-freut-sich-nach-entlassung-auf-zu-hause-59180998

Kommentare

Mehr zum Thema