Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Hochburgen und Zitterpartien

Hätte die Wahl nach österreichischem Wahlrecht stattgefunden, so wäre Barack Obama mit 52 Prozent und mit einem Vorsprung von circa 5 Prozent zum nächsten US-Präsidenten gewählt worden.

Da in den USA aber die Ergebnisse nicht nationenweit, sondern für jeden der 50 Staaten einzeln ermittelt werden und daraus die Verteilung der Wahlmänner auf die beiden Kandidaten erfolgt, gab es einige “Zitterpartien”, denn fallweise wurde es für Obama recht eng. In anderen Staaten hingegen dominierte der Demokrat bzw. sein republikanischer Kontrahent sehr eindeutig.

DIE HOCHBURGEN: Den eindrucksvollsten Sieg trug Obama in Washington D.C. davon: 93 Prozent der Wähler sprachen sich für den Demokraten aus, nur magere 7 Prozent stimmten für McCain. Ebenfalls deutlich durchsetzen konnte sich der Demokrat in seinem Heimatstaat Hawaii (74%) und in Illinois, das er bisher als Senator vertrat (61%). Deutlich dominierte Obama auch in Vermont (67%), Rhode Island (63%), Delaware (62%), Massachusetts (62%) und New York (62%).

McCain gewann hingegen souverän in Wyoming (66%), Oklahoma (66%), Alaska (62%), Utah (62%) und Idaho (61%). In seinem Heimatstaat Arizona gaben “nur” 54% der Wähler McCain die Stimme.

DIE ZITTERPARTIEN: Die aufgrund der vor der Wahl knappen Umfrageergebnisse als “Swing States” bzw. “Battleground States” bezeichneten Staaten zeigten, dass die Meinungsforscher diesmal mit ihren Prognosen durchwegs richtig lagen. Florida votierte ebenso wie Ohio mit bloß 51 Prozent für Obama. Vor allem Florida galt als wahlentscheidend, da es wegen seiner hohen Bevölkerungsdichte auch besonders viele Wahlmänner zu positionieren hatte.

Noch offen, da das knappe Ergebnis noch keine zuverlässigen Hochrechnungen erlaubt, ist vorerst die Situation in Montana und Missouri, die wahrscheinlich an McCain gehen werden; ebenso verhält es sich mit Indiana und North Carolina, in denen wohl Obama gewinnen wird.

Aufgrund der komplizierten, auf den Wahlmännern basierenden Wahlarithmetik wird Obama nicht mit relativ knappen 5 Prozent Stimmenvorteil gewinnen, sondern eine satte Zweidrittelmehrheit einfahren, da staatenweise nach dem Prinzip “winner takes all” abgerechnet wird.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 04:44 auf https://www.salzburg24.at/archiv/hochburgen-und-zitterpartien-59606005

Kommentare

Mehr zum Thema