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Hollywood verabschiedete sich aus Salzburg

Salzburg – Hollywood verabschiedete sich am Freitagvormittag aus Salzburg. Tom Cruise, Cameron Diaz und die Filmcrew der Hollywood-Komödie “Knight & Day” flogen um 10.12 Uhr ab in Richtung Spanien, wo die Dreharbeiten fortgesetzt werden.

Tom Cruise zeigte sich am Flughafen bereits bestens für den Dreh in Spanien gerüstet. Er betrat bei etwa sechs Grad Celsius das Rollfeld im kurzärmligen T-Shirt. Per Handschlag verabschiedete sich Cruise vom Salzburger Bodenpersonal und winkte der wartenden Menge zu.

Auch Cameron Diaz winkte gleich mit beiden Armen in Richtuing der neugierigen Zuseher, die diesmal nicht so zahlreich vertreten waren wie noch bei der Landung vergangene Woche. Nach wenigen Sekunden war das Spektakel aber auch schon vorbei und die Stars hoben in den Salzburger Himmel ab.

Die letzten Dreharbeiten hatten bereits in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag stattgefunden. Beendet wurde der Dreh um 5 Uhr Morgens. Da sich die Salzburger allen Anschein nach bereits an die Präsenz Hollywoods gewöhnt hatte, fanden sich diesmal nur mehr sehr wenige Zuschauer ein, was die Absperrungen ebenso weniger werden ließ, und die Sicht auf das Set verbesserte.

Weitere Szenen wurden gedreht, wie beispielsweise Cameron Diaz läuft vom Hotel Stein zur Salzach, wo anschließend eine Suchaktion von Polizei und Diaz stattfindet. In der Steingasse wurden Autoszenen gedreht, um etwa 5 Uhr Morgens war die Drehnacht beendet.

Die Aufnahmen sind ohne große Zwischenfälle verlaufen, allerdings wurde Schaulustigen auf die Finger geklopft, wurden Fotoapparate weggeschlagen und ein Fotograf am Auge verletzt. Die Salzburger hätten Verständnis für die Absperrmaßnahmen und Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt gezeigt, hieß es seitens der Exekutive.

Vor allem Cruise gab sich betont locker. Er ließ sich mit seinen Fans fotografieren, wenn sie ihm in einer Drehpause zufällig über den Weg liefen oder er Sehenswürdigkeiten wie Mozarts Geburtshaus besuchte. Der 47-jährige Schauspieler war begeistert von der Stadt und kündigte an wiederzukommen. Seine 37-jährige Filmpartnerin galt ebenfalls als umgänglich, zeigte sich hilfsbereit gegenüber Statisten, plauderte mit Restaurantmitarbeitern und bummelte durch die Altstadt.

Spekulationen zufolge sollen die Salzburger Sequenzen acht bis zwölf Minuten lang im Film zu sehen sein. Inhaltlich sickerte nur so viel durch: Der Hauptdarsteller verliebt sich in Diaz bei einem “Blind Date”. Da er aber im Besitz einer geheimnisvollen Energiequelle ist, wird er vom FBI verfolgt – sogar ein “Cobra”-Hubschrauber mit bewaffneten Agenten stellt ihm nach. Cruise hetzte über die Dächer der Mozartstadt, wurde in ein Schussgefecht verwickelt und stürzte dabei auch – seilgesichert – in den Abgrund.

Die spektakulären Szenen zogen Hunderte Schaulustige an. Dabei kam es zu unschönen Vorfällen. Crewmitglieder und Security-Personal klopften Kindern, die sich an Absperrzäunen festhielten, auf die Finger und schlugen Passanten ihre Kameras weg. In der Nacht auf heute versuchte man Pressefotografen mittels Laserstrahlen zu verscheuchen. Dabei wurde ein Reporter am rechten Auge getroffen. Im Spital stellten Ärzte nur mehr eine 80-prozentige Sehleistung fest. Es werde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet, sagte der Betroffene zur APA.

Für Irritation sorgte auch, dass ein Crewmitglied Eingangstüren von Privathäusern mit Nachschlüsseln versperrte. Geschäftsleute mussten ebenfalls Einschränkungen in Kauf nehmen. “Einerseits zeigten wir uns kooperativ und drehten am Abend die Lichter auf. Dass unsere Kunden während der Dreharbeiten nicht ins Haus konnten, war für uns weniger erfreulich”, sagte der Filialleiter von “Kleiderbauer” am Platzl, Heinz Percht. Die Sonderwünsche von Regisseur James Mangold, kurzfristige Verlegungen der Drehorte und Unfreundlichkeiten verärgerten Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) derart, dass er das Filmteam öffentlich ermahnte. Daraufhin schenkte Mangold Salzburg ein großes Lob für die “Flexibilität” und das “unerschöpfliche Engagement.”

Trotz anderslautender vertraglicher Vereinbarungen mit dem Land und eines Salzburger Filmförderungszuschusses von 300.000 Euro verweigerte die Produktionsfirma 20th Century Fox eine Pressekonferenz mit den Stars. Dass diese drei Wochen lang in Salzburg bleiben und auch in Zell am See gedreht wird, entpuppte sich ebenso als falsch. Tourismusreferent LHStv. Wilfried Haslauer (V) hob trotzdem den “enormen” Werbewert für Salzburg hervor. Er rechnete mit einer Wertschöpfung von 1,2 Mio. Euro, die durch die Dreharbeiten vor Ort erzeugt würden. Die Aufträge für Salzburger Firmen machten einen Gegenwert in Millionenhöhe aus, betonte Haslauer.

300 Komparsen wirkten bei dem Dreh in Salzburg mit. Sie schlüpften in die Rolle von Agenten, Polizisten, Passanten und Hotelpersonal oder Hotelgästen. Da die Verfolgungsjagd über den ganzen Globus geht, wurden als Drehorte auch die USA, Spanien und Hawaii auserkoren. Der Kinostart ist für 2. Juli 2010 geplant.

(Quelle: S24)

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