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Hollywoods Badenixe Esther Williams wird 90

Hollywoods berühmteste Badenixe stieg schon vor 50 Jahren endgültig aus dem filmischen Becken: Der schwimmende Star der "Golden Fifties" ist längst ergraut.

Doch Esther Williams, die am 8. August ihren 90. Geburtstag feiert, mischt im Showbusiness immer noch mit. Im vorigen Jahr stand sie bei der Eröffnung eines Filmklassikerfestivals in Hollywood als Gastgeberin auf der Bühne.

Nach dem Tod von Hollywooddiva Elizabeth Taylor Ende März postete Williams auf ihrer Webseite einen Magazinartikel aus dem Jahr 1946 mit der Überschrift "Wie ich Liz Taylor das Schwimmen beibrachte". Mit der 13-jährigen Liz als Vorzeigeschülerin verteilte die Sportlerin damals Schwimmtipps. Darunter diesen: "Ich hebe mir immer etwas Kraft bis zuletzt auf, um ohne Hilfe aus dem Pool zu steigen und dabei in die Kamera zu lächeln".

Williams qualifizierte sich für Olympische Spiele

Von klein auf war die gebürtige Kalifornierin eine begeisterte Wasserratte, mit 17 gehörte sie der amerikanischen Frauen-Meister- Staffel an und qualifizierte sich für die Olympischen Spiele. Doch der Zweite Weltkrieg machte die Träume der damaligen Weltrekordhalterin über 100-Meter-Brustschwimmen zunichte. Die Spiele in Tokio fielen 1940 aus.

Hollywood gewann Williams für sich

Die Wasserschönheit konnte sich damit trösten, dass ihre Pin- Up-Fotos in Hunderttausenden Soldatenspinden hingen und sie für die Revueshow "Aquacade" mit Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller als schwimmende Ballerina entdeckt wurde. Das mächtige Studio MGM köderte die Badenixe mit einem lukrativen Vertrag und drehte über 20 Filme, meist harmlose Komödien mit spektakulären Unterwasserszenen. Titel wie "Badende Venus", "Neptuns Tochter", "Die goldene Nixe" und "Die Wasserprinzessin" sprechen für sich. "Hollywoods Meerjungfrau" brachte saubere Erotik auf die Leinwand.

Während einige Kritiker ihre Anmut und Ausstrahlung lobten, lästerte ein Filmbesprecher: "Nass ist sie ein Star, trocken ein Niemand". Nach dem Ende ihrer Leinwandkarriere, Anfang der 60er Jahre, machte sie als Unternehmerin weiter. Sie brachte Esther- Willams-Swimmingpools auf den Markt, entwarf Badeanzüge und eröffnete eine Schwimmschule für Babys. Mit alten Glamour-Shots wirbt sie heute auf ihrer Webseite für ihre neueste Bademoden-Kollektion.

Viermal war sie verheiratet, darunter mit dem Latinostar Fernando Lamas, der 1982 starb. Ihren vierten Ehemann, Edward Bell, lernte sie bei den Olympischen Spielen 1984 kennen. Williams war damals im Schwimmstadion von Los Angeles ein gefeierter Stargast, als das Synchronschwimmen als Olympiadisziplin Premiere hatte. Zeitlebens hatte sich die Botschafterin des Wasserballetts für diese Sportart eingesetzt.

1999 sorgte die dreifache Mutter in der Filmmetropole wieder für Gesprächsstoff. In ihren Memoiren "The Million Dollar Mermaid" (Die Millionen-Dollar-Meerjungfrau) packt sie über die Umtriebe hinter den nicht so sauberen Kulissen Hollywoods in der goldenen Ära aus. APA

(Quelle: S24)

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