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Holmes Place in Salzburg und Linz vor der Insolvenz

In Salzburg dürfte in den kommenden Tagen das größte Insolvenzverfahren des Jahres eröffnet werden: Die Holmes Place Health & Fitness Centres GmbH mit Sitz in Wien wird wegen Verbindlichkeiten über 41 Millionen Euro einen Insolvenzantrag beim Landesgericht Salzburg einbringen.

Das berichten die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) und die Wiener Zeitung am Mittwoch. Betroffen sind die Fitness-Studios von Holmes Place in Salzburg und Linz, die vier gleichnamigen Studios in Wien gehören einer anderen GmbH an und sind von der Insolvenz nicht berührt.

Holmes Place stellte Mietzahlungen ein

Ursache der Zahlungsunfähigkeit waren laut Insolvenzantrag, der den beiden Zeitungen vorliegt, Mietstreitigkeiten. Laut den Firmenanwälten seien Holmes Place über Jahre hinweg zu hohe Betriebskosten verrechnet worden, in Summe mindestens 250.000 Euro. Diese Auseinandersetzung beschäftigt inzwischen die Gerichte. Holmes Place stellte im Zuge dieser Streitigkeiten die Mietzahlungen ein, woraufhin ein Vermieter eine Bankgarantie über fast 600.000 Euro zog. Und nachdem auch Verhandlungen über eine Mietreduktion gescheitert waren, stellte die internationale Konzernmutter die Unterstützung ein. Holmes Place hat die Ausstattung der jeweils mehr als 4.000 Quadratmeter großen Studios mit Swimmingpool zumindest teilweise selbst finanziert und einen Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen. Die hohen Investitionen sind auch der Grund für die enormen Verbindlichkeiten von 41 Millionen Euro, die die insolvente Firma gegenüber ihren Eigentümern hat. Die Schulden bei konzernfremden Betrieben werden auf 900.000 Euro geschätzt. Dagegen stehen Aktiva von 118.000 Euro und die zu viel bezahlten Betriebskosten, in Summe 368.000 Euro. Laut Insolvenzantrag werden sich die "zukünftigen Verbindlichkeiten" sogar auf 53,6 Millionen Euro belaufen, weil weitere elf Millionen Euro "zukünftige Verluste" des untervermieteten Standorts in Innsbruck betreffen.

Größtes Insolvenzverfahrer des Jahres in Salzburg

Am Landesgericht Salzburg ist der Insolvenzantrag bis Mittwochvormittag erst teilweise eingelangt, sagte Konkursrichter Rudolf Havas zur APA. Sobald die Unterlagen vollständig vorliegen, werde er prüfen, ob er als Richter zuständig sei, und dann das Verfahren eröffnen. Sollten alle Papiere heute noch eintreffen, "werde ich das Verfahren wahrscheinlich morgen eröffnen".

60 Mitarbeiter und 90 Gläubiger betroffen

Laut Erich Grausgruber, Leiter des KSV 1870 in Salzburg, sind rund 60 Mitarbeiter und 90 Gläubiger von der Insolvenz betroffen. Er kenne zwar den Antrag noch nicht, gehe aber davon aus, dass eine Bürgschaft oder Patronanzerklärung des Mutterkonzerns vorliege und daher im Verfahren nur die Verbindlichkeiten von 900.000 Euro schlagend werden, so Grausgruber zur APA. Dazu kämen sicher noch Mitgliedsbeiträge, weil viele Kunden langfristige Verträge eingegangen seien.

Konzentration künftig auf Wien

Holmes Place werde sich künftig auf das profitable Geschäft in Wien alleine konzentrieren, teilte Doron Dickman, CEO von Holmes Place für Europa, in einer Stellungnahme gegenüber der APA mit. Die vier Studios in der Bundeshauptstadt hätten seit Jahresanfang ein Wachstum von fünf Prozent erzielt. Trotz vierjähriger Restrukturierungsmaßnahmen und einer Kapitalspritze von mehreren Millionen Euro habe nun für die Fitness-Studios in Salzburg und Linz der Insolvenzantrag gestellt werden müssen. Wie schon im Konkursantrag führte Dickman in seiner Stellungnahme "über dem Marktniveau liegende Mieten" als Ursache an. Die Vermieter hätten eine Reihe weiterer Restrukturierungsmaßnahmen abgelehnt, was letztlich zur Insolvenz geführt habe. (APA)
(Quelle: S24)

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