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Homosexuelle: Heinisch-Hosek für rasche Gespräche

Heinisch-Hosek über Rupprechter-Vorstoß erfreut Salzburg24
Heinisch-Hosek über Rupprechter-Vorstoß erfreut

SPÖ-Frauenministerin Heinisch-Hosek begrüßt den Vorstoß von ÖVP-Landwirtschaftsminister Rupprechter für ein Adoptionsrecht für Homosexuelle. Sie will nun rasch mit der ÖVP Gespräche aufnehmen. "Ich freue mich sehr über die Aussage des Landwirtschaftsministers, nun auch endlich über ein volles Adoptionsrecht für homosexuelle Paare reden zu wollen", sagte Heinisch-Hosek am Samstag.

Gemeinsam mit dem Koalitionspartner will sie "rasch weitere Verbesserungen für homosexuelle Paare auf den Weg bringen", sagte Heinisch-Hosek. Die Frauenministerin will nun rasch in Gespräche mit der ÖVP treten, "damit wir den nächsten Schritt, nämlich die Fremdkindadoption, auf den Weg bringen können. Es ist hoch an der Zeit, und ich will nicht, dass wir wieder nur auf Basis eines Gerichtsurteils tätig werden".

Positiv zum Vorstoß von Landwirtschaftsminister Rupprechter bezüglich eines Adoptionsrechts für Homosexuelle hat sich der steirische AAB-Landesobmann, Landtagsklubobmann und designierte Landesrat Christopher Drexler geäußert. Er freue sich über den "erfrischend offenen gesellschaftspolitischen Zugang" und sei jedenfalls für eine Diskussion dieser Frage, sagte Drexler am Samstag.

Drexler verwies im Gespräch mit der APA darauf, dass er selbst vor zehn Jahren die eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaft vorgeschlagen habe, die mittlerweile Gesetz sei. Insofern habe er Verständnis für diese weiterreichende Überlegungen. Seinerzeit sei er selbst der Adoption noch eher skeptisch gegenübergestanden.

Die ÖVP-Parteizentrale erteilte Rupprechter eine deutliche Absage. "Ein allgemeines Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften ist kein Thema", stellte Generalsekretär Gernot Blümel am Samstagnachmittag gegenüber der APA klar.

Ein solches Adoptionsrecht sei "womöglich die persönliche Meinung" Rupprechters. Aber "die Parteimeinung dazu ist ganz klar eine andere und wird auch nicht geändert", stellte Blümel unmissverständlich fest. Der Generalsekretär verwies darauf, dass die Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare in Österreich aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) möglich ist.

Rupprechter hatte sich in einem Interview für die Samstag-Ausgabe des "Standard" gegenüber einem allgemeinen Adoptionsrecht für Lesben und Schwule offen gezeigt. "Ich denke, es gibt genug gute Beispiele dafür, dass sich Kinder in homosexuellen Partnerschaften wohlfühlen können. Ich vertrete da eine sehr viel liberalere Anschauung, als man von einem tief verwurzelten Tiroler Katholiken annehmen möchte", hatte der Landwirtschaftsminister erklärt und gleichzeitig gemeint, dass sich die ÖVP einer Debatte stellen müsse.

(Quelle: S24)

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