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Hunderte Schüsse an koreanischer Seegrenze

Schüsse gingen ins Meer Salzburg24
Schüsse gingen ins Meer

Zwischen Nord- und Südkorea nehmen die Spannungen nach Militärmanövern und Artilleriefeuer nahe der umstrittenen Seegrenze zu. Das nordkoreanische Militär habe während der Übungen über 500 Schuss abgegeben, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Montag mit. Die eigenen Truppen hätten mit dem Abschuss von 300 Artilleriegranaten reagiert.

100 Granaten seien im zum Südkorea gehörenden Bereich des Meeres niedergegangen, berichtete das Verteidigungsministerium in Seoul. Offenbar habe Nordkorea die Entschlossenheit des Südens zur Verteidigung seiner Grenze überprüfen wollen, hieß es. Die Grenzlinie im Gelben Meer ist umstritten.

Nordkorea rechtfertigte die Manöver als Antwort auf gemeinsame südkoreanische und US-Manöver sowie auf die Rüge des UNO-Sicherheitsrates vergangene Woche, mit der das Gremium auf den Test nordkoreanischer Mittelstreckenraketen regiert hatte. China, der einzige außenpolitische Partner Nordkoreas, rief beide Staaten zur Mäßigung auf.

Die Seegrenze verläuft durch ein großes Flussdelta und mehreren, der Küste vorgelagerten Inseln. Wenige Stunden vor den Artilleriesalven gab die kommunistische Regierung in Pjöngjang eine Warnung für den Schiffsverkehr in dem Gebiet heraus. Nordkorea wirft Südkorea "Gangstermethoden" und die Kaperung eines Fischkutters vor.

Südkorea wies die Vorwürfe zurück. Der Fischkutter sei in südkoreanische Gewässer getrieben und wieder zurückgeschleppt worden. Nach dem Artilleriefeuer ließ die Regierung in Seoul nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters eine Insel räumen. Zudem stiegen F-15 Kampfflugzeuge auf.

In dem Gebiet ist es bereits früher zu gravierenden Zwischenfällen gekommen. 2010 starben vier Südkoreaner durch den Artilleriebeschuss ihrer Insel von Nordkorea aus. Im selben Jahr wurde auch ein südkoreanisches Kriegsschiff von einem Nordkorea zugeschriebenen Torpedo versenkt, was die Regierung in Pjöngjang bestreitet.

Der Norden und der Süden haben nach dem Krieg 1950 bis 1953 keinen Friedensvertrag unterzeichnet. Immer wieder kommt es zwischen beiden Staaten zu Grenzscharmützeln.

(Quelle: S24)

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