Jetzt Live
Startseite Archiv
Archiv

Hunderte Wahlzentren in Afghanistan bleiben zu

Schwierige Wahl in Afghanistan Salzburg24
Schwierige Wahl in Afghanistan

Angesichts der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan werden bei der Präsidentenwahl am kommenden Samstag (5. April) rund 750 Wahlzentren geschlossen bleiben. Das kündigte die Wahlbehörde am Sonntag an. Rund 90 Prozent aller Wahlzentren des Landes - insgesamt rund 6.400 - sollen aber geöffnet sein. Die Wahlzentren bestehen jeweils aus mehreren Wahllokalen.

Vor der Präsidentenwahl in Afghanistan häufen sich die Anschläge islamistischer Terroristen. Eine Woche vor der Abstimmung griffen Taliban am Wochenende die Zentrale der Wahlbehörde im Osten der Hauptstadt Kabul an. Die Aufständischen schossen von einem Nachbarhaus auf das Gebäude, teils mit Panzerfäusten. Nach Angaben der Polizei wurden alle fünf Angreifer erschossen. Die Mitarbeiter der Wahlbehörde hatten sich in Schutzräumen in Sicherheit gebracht.

Es war bereits die zweite Attacke auf Büros der Wahlbehörde in nur einer Woche. Bei der ersten waren am Dienstag neun Menschen getötet worden. Die Taliban bekannten sich auch zu dem neuen Angriff. Die radikalen Islamisten hatten angekündigt, die Wahl zu sabotieren.

Die Afghanen wählen den Nachfolger von Präsident Hamid Karzai, der laut Verfassung nicht ein drittes Mal antreten darf. Er regiert Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes per US-geführter Invasion nach den 9/11-Anschlägen Ende 2001. Das Taliban-Regime hatte dem Terrornetzwerk Al-Kaida, das die Flugzeuganschläge in den USA verübte, Unterschlupf geboten.

In der neuesten Umfrage vom Wochenende lag der frühere Finanzminister und einstige Weltbank-Ökonom Ashraf Ghani in der Gunst der Wähler mit 27,1 Prozent vorn, gefolgt von den beiden Ex-Außenministern Abdullah Abdullah (24,6) und Zalmai Rassoul (8,0).

Die Wahl ist die letzte, bevor der NATO-Kampfeinsatz in Afghanistan Ende des Jahres ausläuft. Ob es zu der geplanten Folgemission zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte kommt, ist weiterhin ungewiss.

Indes wurde ein rumänischer Soldat am Sonntag auf der Autobahn Kabul-Kandahar, etwa 10 Kilometer südwestlich des Militärstützpunkts Mescall in der Provinz Zabul nahe der Grenze zu Pakistan, während einer Patrouillenfahrt bei einem Sprengstoffattentat von Unbekannten getötet. Fünf weitere Soldaten wurden dabei verletzt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Bukarest mit.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 05.03.2021 um 06:06 auf https://www.salzburg24.at/archiv/hunderte-wahlzentren-in-afghanistan-bleiben-zu-45029827

Kommentare

Mehr zum Thema