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IKG fordert Mölzers Rückzug bei EU-Wahl

Mölzer stand zu seinem Nazi-Sager Salzburg24
Mölzer stand zu seinem Nazi-Sager

Mit seinem Vergleich der EU mit dem Dritten Reich hat Andreas Mölzer, Spitzenkandidat der FPÖ für die EU-Wahl, am Montag weiter für Empörung gesorgt. Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, sah in Mölzers NS-Vergleich eine gezielte Provokation und forderte ihn per Aussendung auf, seine Kandidatur zurückzuziehen.

Weil man Mölzer Intelligenz und die Fähigkeit zu pointierten Aussagen nicht absprechen könne, müssten seine jüngsten Aussagen als "bewusst gesetzt" bewertet werden, meinte Deutsch. "Damit möchte er wohl gegenüber seiner politischen Klientel eine unbefangene Beziehung zu einschlägigem Gedankengut deutlich machen." Mölzer zeige auch "unverhohlen, dass es sich bei diesem Vergleich nicht um einen sogenannten spontanen rhetorischen 'Ausrutscher' handelt, sondern dass er vielmehr in keiner Weise bereit ist, auf derartig einschlägige verdrehte und geschmacklose Narrative zu verzichten", glaubt Deutsch.

"Zu einer Aufarbeitung der Mitverantwortung, gerade der Proponenten deutschnationalen Gedankengutes, an den Verbrechen des Nationalsozialismus war und ist MEP Mölzer offenbar nicht in der Lage. Dies hätte ihn von solch einer Entgleisung wohl abgehalten", meinte Deutsch. "Solche Leute dürfen nicht Repräsentanten Österreichs in Europa sein."

Grünen-Chefin Eva Glawischnig sieht das genauso und forderte in einer Aussendung von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, Mölzer zum Rücktritt von seiner Kandidatur zu bewegen. Auch die Organisation SOS Mitmensch verlangte, dass die FPÖ Mölzer sofort von Wahlliste streicht.

Mölzer hat sich am Montag um Erklärungen bezüglich seines Vergleichs der EU mit dem Dritten Reich bemüht. Er habe lediglich die Überregulierung in der Union beklagt, rechtfertigte er sich in einem Redebeitrag im Wiener Gemeinderat. Gleichzeitig bekräftigte er, dass "düstere Systeme des 20. Jahrhunderts weniger Ge- und Verbote hatten" als die EU.

"Ich habe in keiner Weise irgendein düsteres System des 20. Jahrhundert - weder Stalinismus noch Nationalsozialismus - verharmlost und relativiert. Ich habe nur beklagt, dass diese Europäische Union mit dieser Überregulierung die Menschen unfrei macht und das wollen wir im Europa der Zukunft nicht dulden", sagte Mölzer. Er und Europamandatare anderer im Stadtparlament vertretenen Fraktionen waren vom Gemeinderat eingeladen worden, zum Thema EU das Wort zu ergreifen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 25.02.2021 um 06:21 auf https://www.salzburg24.at/archiv/ikg-fordert-moelzers-rueckzug-bei-eu-wahl-45006445

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