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Immer schwerere Knieverletzungen im alpinen Skirennsport

Interdisziplinärer Kongress in Salzburg sucht neue Ansätze bei Prävention und Behandlung der Verletzungen.

Jeder dritte Rennsportler im alpinen Skilauf erleidet pro Saison eine schwere Verletzung – bei jedem zweiten ist dabei das Knie betroffen. Das ist ein Ergebnis einer norwegischen Studie, die am Freitag beim Sportphysiotherapie-Kongress in Rif bei Salzburg präsentiert wurde. Experten aus den Bereichen Medizin, Physiotherapie, Psychologie und Sportwissenschaften befassen sich bei der Tagung mit den Ursachen und der Behandlung von Knieverletzungen im alpinen Skisport.

Gerade im Rennsport werden die Verletzungen im Kniebereich immer schwerer, berichtete Erich Müller, der Leiter des Fachbereichs für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Salzburg, auf einer Pressekonferenz. Anders im Hobbybereich: Bei “normalen” Skiläufern gingen die Verletzungen eher zurück, weil Skier, Schuhe und Bindung seit einigen Jahren genauer auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt werden.

Im Rennsport käme es häufig auch ohne Sturz zu schweren Knieverletzungen, berichtete ÖSV-Teamarzt Gerhard Oberthaler. Das System Ski-Bindung-Schuh sei so fest, dass Schläge unmittelbar auf das Kniegelenk gingen. Außerdem werden die Rennstrecken immer schwieriger, die Kurse immer schneller.

Einfach nur die Geschwindigkeiten zu reduzieren, ist für Müller kein probates Mittel, um das Verletzungsrisiko zu senken. Es sei ein komplexes Zusammenspiel an Geschwindigkeit, Material, Pistenpräparierung, Kurssetzung und Vorbereitung des Athleten. “Diese Komplexität darzustellen, ist derzeit die größte Herausforderung”, sagte Müller. Ähnlich wie in der Formel I müsse man an den Rahmenbedingungen arbeiten, um das Verletzungsrisiko zu senken, glaubt der Sportwissenschafter.

Einig waren sich die Experten, dass der Sportler nach einer Verletzung vor allem Zeit brauche, damit er wieder fit für den Wettkampf werde. Das Bewusstsein dafür sei gestiegen, meinte der Physiotherapeut Karl Lochner. “Es ist schwierig, wenn man als Sportler geduldig sein muss”, sagte ÖSV-Läufer Philipp Schörghofer, der nach einer Knorpelfraktur lernen musste, auf seinen Körper zu hören und das Training nicht zu übertreiben.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 11.05.2021 um 10:07 auf https://www.salzburg24.at/archiv/immer-schwerere-knieverletzungen-im-alpinen-skirennsport-59628136

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