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In Salzburg praktizierender deutscher Krebsarzt unter Beschuss

Der ehemals in Deutschland sehr prominente und ebenso umstrittene deutsche “Krebsarzt” Nikolaus K. behandelt in seiner Praxis in der Franz-Josef- Straße in der Stadt Salzburg derzeit vor allem Krebspatienten aus Slowenien.

Nach dem Tod mehrerer seiner Patienten beschäftigen sich nun slowenische Medien, die slowenische Ärztekammer, Mediziner – allen voran die Ärzte des Onkologischen Instituts Ljubljana (Laibach) – und verbitterte Angehörige. Die Gratiszeitung “Salzburger Fenster” hat nun in seiner neuesten Aufgabe den Fall aufgegriffen. Der Arzt dementiert sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe.

So soll der Arzt einem krebskranken Slowenen Genesung oder eine Verlängerung seines Lebens um mindestens fünf Jahre versprochen haben. Eineinhalb Monate nach der Rückkehr aus Salzburg sei der Kranke dann verstorben. Der Sohn konnte dem “Salzburger Fenster” Rechnungen über insgesamt 12.683,51 Euro für die Behandlungen bei Dr. K. in Salzburg vorlegen. Zudem musste der Vater 1.819 Euro für Nächtigungen in einem Hotel in Salzburg während der 14-tägigen Behandlung im April und Mai dieses Jahres aufbringen.

Der Sohn von K. überließ dem “Salzburger Fenster” auch den Befund der Universitätsklinik Ljubljana vom 1. Februar dieses Jahres, unterzeichnet von drei Professoren, aus dem hervorgeht, dass die Ärzte für den schwer krebskranken Mann wegen sich ausbreitender Metastasen keine Heilungschancen mehr sahen. Sie hielten jede weitere Operation für nicht mehr sinnvoll und empfahlen nur mehr eine Symptombehandlung. “Trotzdem, glaubten mein Vater und ich mit blindem Vertrauen an die Versprechungen des Doktors K.” Der Kranke habe die Strapazen der Fahrten nach Salzburg und der täglich sechs bis sieben Stunden dauernden Infusionen auf sich genommen.

“Seit rund zwei Jahren hören wir immer häufiger von Krebspatienten, die nach Salzburg zu Doktor K. fahren”, berichtete die Krebsspezialistin Doktor Olga Cerar vom Onkologischen Institut Ljubljana dem “Salzburger Fenster”. Sie selbst kenne persönlich “zwei Patienten, die zu Doktor K. gefahren und nach seiner Behandlung gestorben sind”.

Gegenwärtig seien in Bayern gegen Dr. K., der nach wie vor auch in München tätig ist, drei Verfahren anhängig, berichtet das “Salzburger Fenster”. Beim Landesgericht Salzburg bestätigte Staatsanwältin Barbara Feichtinger gegenüber der Gratiszeitung, dass seit dem Jahr 2002 ein Verfahren anhängig sei. Ermittelt werde wegen “des Verdachts des Betrugs”. Der Akt würde derzeit beim Oberlandesgericht Linz liegen.

Die beiden öffentlich genannten Patienten seien sicher nicht an Krebs gestorben, wies der Arzt alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe in seinem Urlaubsort gegenüber dem “Salzburger Fenster” zurück. Die Therapie eines slowenischen Arztes und die Nachlässigkeit von Angehörigen hätten zum Tod geführt. Mehr könne er dazu aus Gründen der ärztlichen Verschwiegenheitspflicht nicht sagen, so K.

Aufgerufen am 17.12.2018 um 03:45 auf https://www.salzburg24.at/archiv/in-salzburg-praktizierender-deutscher-krebsarzt-unter-beschuss-59598256

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