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Japan und China demonstrieren im Inselstreit Härte

China und Japan zeigen sich im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe unnachgiebig. Beide Länder bestellten am Montag die Botschafter der Gegenseite ein und warnten vor weiteren Aktionen, die die Sicherheitslage in der Region gefährden könnten. Die überraschende Einrichtung einer Luftverteidigungszone durch die Regierung in Peking löste auch außerhalb der Region Besorgnis aus.

"Das erhöht aus unserer Sicht die Gefahr eines bewaffneten Zwischenfalls zwischen China und Japan einerseits sowie zwischen China und der Republik Korea", sagte der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert. China wies die Kritik aus dem Ausland zurück. Die Volksrepublik verlangt von Fluggesellschaften, Flüge über das umstrittene Gebiet im Südchinesischen Meer anzumelden. Unternehmen aus mehreren Staaten kündigten an, sich an die Vorgaben zu halten.

Die Senkaku-Inseln - in China als Diaoyu bezeichnet - werden von Japan verwaltet und von beiden Staaten beansprucht. Sie liegen etwa 400 Kilometer von der japanischen Insel Okinawa und 350 Kilometer vom chinesischen Festland entfernt. Unter dem Südchinesischen Meer werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Brunei und Taiwan erheben in der Region Ansprüche.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe nannte den chinesischen Schritt eine "äußerst gefährliche Angelegenheit". Die Volksrepublik zwinge andere Staaten, sich ihren Regeln zu unterwerfen, sagte Abe im Parlament in Tokio. Das chinesische Verteidigungsministerium bezeichnete die Kritik Japans unangebracht. China habe ein Recht auf Selbstverteidigung und halte sich an internationales Recht. Bei den Botschaften Japans und der USA habe man gegen die Kritik an dem Vorhaben Protest eingelegt.

China hatte am Wochenende Einzelheiten der Luftverteidigungszone bekannt gegeben, die etwa zwei Drittel der Fläche Großbritanniens entspricht. Die Regierung drohte Flugzeugbesatzungen mit "defensiven Notmaßnahmen", sollten sich ihre Maschinen nicht identifizieren. Der "normale Ablauf" internationaler Flüge sei aber nicht beeinträchtigt. Fluggesellschaften mehrerer Staaten erklärten, sich an die Vorgaben aus Peking halten zu müssen, darunter etwa auch die australische Qantas.

Der Inselstreit belastet seit Monaten die Beziehungen der beiden Staaten. Experten gehen davon aus, dass die chinesische Regierung mit der Einrichtung der Luftverteidigungszone den japanischen Anspruch auf die Gewässer untergraben will.

Aufgerufen am 21.05.2019 um 06:45 auf https://www.salzburg24.at/archiv/japan-und-china-demonstrieren-im-inselstreit-haerte-44320105

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