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"Jedermann" Peter Simonischek nimmt Abschied vom Domplatz

Vier Buhlschaften, ebenso viele “Tode” und “Teufel”, drei “Mütter” und ein einziger “Jedermann”. Peter Simonischek, der längst dienende “Jedermann” der Salzburger Festspielgeschichte, hat viele Partner im Leben und Sterben des reichen Mannes von Hugo von Hofmannsthal an seiner Seite gehabt.

Aber jetzt ist auch für den gebürtigen Grazer, Burgtheater- und Kino-Schauspieler sowie Publikumsliebling die Zeit zum Abtreten. Nach 91 Vorstellungen in acht Jahren hat Peter Simonischek am späten Donnerstagnachmittag zum letzten Mal den “Jedermann” auf dem Salzburger Domplatz gegeben.

Schier endlose Standing Ovations für den 14. Salzburger “Jedermann”. Simonischek ist der Nachfolger von Bühnengrößen wie Alexander Moissi, Curd Jürgens, Klaus Maria Brandauer, oder Helmut Lohner in dieser prestigeträchtigen Salzburger Paraderolle. An seiner Seite agierten Tobias Moretti oder Sven-Eric Bechtolf als “Teufel” und “Guter Gesell”, sowie die “Buhlschaften” Veronica Ferres (2002-2004), Nina Hoss (2005 und 2006), Marie Bäumer (2007) und zuletzt Sophie von Kessel (2008 und 2009). In den kommenden beiden Jahren – den letzten der Inszenierung von Christian Stückl – werden Nicholas Ofczarek und Birgit Minichmayr die tragenden Partien dieses seit 1920 in jedem Festspiel-Sommer auf dem Spielplan vertretenen Mysterienspiel übernehmen.

“Ich bin traurig, dass es vorbei ist. Aber ich bin zugleich stolz darauf, dass ich den richtigen Zeitpunkt erwischt habe aufzuhören”, so der 63-jährige Simonischek unmittelbar nach seiner letzten “Jedermann”-Vorstellung nach dem Schlussapplaus auf “seiner” Bühne vor dem Salzburger Dom.

Peter Simonischek ist in Graz geboren, lernte sein Handwerk im Schauspielhaus Graz und ging dann nach St. Gallen, Bern, Darmstadt, und Düsseldorf. Ab 1979 gehörte er 20 Jahre lang dem Ensemble der Berliner Schaubühne an, wo er mit Regisseuren wie Luc Bondy, Andrea Breth, Klaus Michael Grüber, Edith Clever und Robert Wilson zusammenarbeitete. Bei den Festspielen war Simonischek in Inszenierungen von Peter Stein, Axel Corti oder Klaus Michael Grüber zu sehen. An der Burg in Wien arbeitete er mit Regisseuren wie Peter Zadek oder Andrea Breth zusammen. Auch für das Kino hat Simonischek häufig gearbeitet. Er ist Träger einer Reihe von Preisen und Auszeichnungen.

(Quelle: S24)

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