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Jubelstimmung und Trübsalblasen in der Stadt Salzburg

Während sich Heinz Schaden (SPÖ) über den Wahlausgang sehr erfreut zeigt, ist Harry Preuner (ÖVP) sichtlich enttäuscht. APA/Gindl
Während sich Heinz Schaden (SPÖ) über den Wahlausgang sehr erfreut zeigt, ist Harry Preuner (ÖVP) sichtlich enttäuscht.

Naturgemäß recht unterschiedlich haben die Parteien auf den Ausgang der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl in der Stadt Salzburg am Sonntag reagiert. Groß war die Freude bei den NEOS und der SPÖ, Trübsalblasen herrschte hingegen bei der ÖVP, gehadert haben auch die Grünen.

Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) war sichtlich zufrieden mit dem Wahlausgang: "Wir haben im Wesentlichen das Ergebnis halten können", sagte Schaden im Marmorsaal des Schlosses Mirabell vor Journalisten. "Das Ergebnis freut mich natürlich, das hätte vor einigen Monaten auch nicht jeder geglaubt." Dass elf Parteien und Gruppierungen zur Gemeinderatswahl in der Stadt angetreten sind, spiegle sich eben auch im Wahlergebnis wider, meinte der Bürgermeister.

Stichwahl in 14 Tagen

"Die SPÖ ist die stabile Kraft im Gemeinderat. Es wird in 14 Tagen eine Stichwahl geben, da heißt es rennen, wir werden klar Schiff machen", wies Schaden auf die kommende Bürgermeister-Stichwahl in zwei Wochen (23. März) hin. Seinem Kontrahenten Harald Preuner, ÖVP-Vizebürgermeister, schüttelte er freundlich die Hand. "Ich gratuliere Preuner, dass er in die Stichwahl kommt."

Preuner enttäuscht über ÖVP-Ergebnis

Preuner selbst zeigte sich naturgemäß enttäuscht über das Abschneiden der ÖVP. "Heute ist kein erfreulicher Tag", konstatierte der Spitzen- und Bürgermeisterkandidat. "Es ist schmerzlich für uns, wir werden aber damit zurecht kommen. Wir haben unter schwierigsten Bedingungen den Wahlkampf bestritten." Es seien zwei Bürgerbewegungen dazugekommen, diese hätten im Teich der ÖVP-Wähler gefischt. Er werde jetzt für die Bürgermeister-Stichwahl werben, gab sich Preuner kämpferisch. Der Vizebürgermeister gratulierte nicht nur dem Bürgermeister, sondern auch den NEOS und der Bewegung "Bürger für Salzburg".

Wenig Jubel bei der Bürgerliste

Keinen großen Grund zum Jubeln fand auch Langzeit-Stadtrat Johann Padutsch, Spitzenkandidat der Bürgerliste, das sind die Grünen in der Stadt. "Es ist heute kein Jubeltag, aber wir sind dankbar, nach zweieinhalb Jahren Schmutzkübel-Kampagne den dritten Platz und einen Regierungssitz gehalten zu haben." Das Wahlergebnis sei im Prinzip eine Bestätigung. Der Vergleich mit den letzten Landtags- und Nationalratswahlen, bei denen die Bürgerliste jeweils über 20 Prozent erreicht habe, sei nicht erlaubt, "jede Wahl ist eine andere", meinte Padutsch. "Abgesehen davon war es bei der Vielzahl antretender Gruppen nicht einfach, das Ergebnis zu halten."

Keine Stellungnahme von Schöppl

Andreas Schöppl, Spitzenkandidat und Klubobmann der FPÖ, wollte bis zum Vorliegen des amtlichen Endergebnisses keine Stellungnahme abgeben.

NEOS erreichen Klubstatus

Überglücklich zeigte sich naturgemäß NEOS-Spitzenkandidatin Barbara Unterkofler, Tochter der ehemaligen ÖVP-Landesrätin Maria Haidinger. "Es ist überwältigend, dass wir es geschafft haben - es schaut ganz so aus." Die NEOS werden den erhofften Klubstatus erreichen. "Ich glaube, es ist Zeit für Neues in Salzburg, wir ziehen das durch. Die Zeit ist reif für eine Bürgerbewegung, für Authentizität."

Ferch freut sich über ein Mandat

Erfreut zeigte sich auch Christoph Ferch, Spitzenkandidat der Bürger für Salzburg (SALZ), über das gewonnene Mandat: "Unser Ziel, in den Gemeinderat einzuziehen, hat sich erfüllt. Für eine Liste, die sich erst vor acht Wochen gegründet hat, ist das ein beachtliches Ergebnis. Wir freuen uns."

Ergebnis für Mainoni "enttäuschend"

Und Eduard Mainoni, Spitzenkandidat des Team Salzburg (einem Ableger von Team Stronach, Anm.), machte keine Hehl daraus, dass das Wahlergebnis für ihn "natürlich enttäuschend ist". "Wir werden uns ganz genau ansehen, was die Gründe dafür sind. Wir haben ja im Wahlkampf eine gute Stimmung für uns festgestellt. Das ist aber nicht in Wahlstimmen umgesetzt worden", bedauerte der ehemalige FPÖ/BZÖ-Politiker. "Ich werde für Lehen weiter kämpfen im Team Salzburg". (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 07.03.2021 um 10:04 auf https://www.salzburg24.at/archiv/jubelstimmung-und-truebsalblasen-in-der-stadt-salzburg-44932588

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