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Judo: Paischer vor WM sehr optimistisch

Der Salzburger strebt in Rotterdam seine zehnte Medaille an: “Fahre nicht hin, um Dritter zu werden”. Gold fehlt ihm noch in seiner WM-Sammlung.

Judo wird im heimischen Sport allgemein mit Medaillen assoziiert. Wenn es vom 26. bis 30. August in der Rotterdamer Halle anlässlich der 26. Weltmeisterschaften Koka, Yuko, Waza-Ari oder Ippon heißt, dann darf sich Österreich berechtigte Hoffnungen machen, dass die Erfolgsgeschichte weiter geht. Mit dem Weltranglisten-Ersten Ludwig Paischer und der im Ranking an sechster Stelle aufscheinenden Sabrina Filzmoser hat Rot-Weiß-Rot zwei heiße Medaillen-Anwärter im fünfköpfigen Aufgebot.

Und auch die ÖJV-Statistik lässt hoffen, gab es doch bisher 13 WM-Podestplätze (4-2-7). Paischer hat von Welttitelkämpfen schon zwei Edelmetalle (Silber 2005 in Kairo und Bronze 2007 in Rio de Janeiro), Filzmoser eine Bronzene (2005) heimgebracht. Der Salzburger strotzt förmlich vor Selbstvertrauen und freut sich schon auf die Niederlande, wo er am Mittwoch in der Kategorie bis 60 kg als Erster des ÖJV-Teams auf die Matte steigt. Der Grand-Slam-Erfolg von Rio de Janeiro Anfang Juli hat ihm zusätzlich Auftrieb gegeben.

“Ich habe die gleiche Vorbereitung wie vor Olympia hinter mir. Die Form wurde immer besser, ich fühle mich nun sogar noch stärker. Und dazu kommt der Nummer-1-Status, der Respekt bringt und der gute und konstante Leistungen beweist”, sagte “Lupo” am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wien. Als Ranglistenersten bleiben ihm in den ersten Runde starke Gegner erspart. Trotzdem gebe es noch genug gefährliche Leute. Dass jetzt keine Trostrunde ausgetragen werden, erhöhe etwas den Druck.

Der 27-jährige, kleine Blonde mit dem großen Kämpferherzen und dem Können eines Champions zählt sich natürlich zum engeren Kreis der acht Favoriten. “Es wäre schlimm, würde ich nicht von Gold träumen, aber bei der Dichte hängt viel von der Tagesform und der Auslosung ab. Doch ich fahre immer zu einem Turnier, um nicht Dritter zu werden. Gold hätte ich am liebsten”, meinte Paischer, der auf alle Fälle seine insgesamt zehnte Medaille (2-2-5) holen will.

Ob sie erstmals bei einer WM in Gold glänzt, hängt auch von der Konkurrenz ab. Der zweifache Europameister (2004 in Bukarest und 2008 in Lissabon) nennt als seine schärften Rivalen den russischen Titelverteidiger Arsen Galstjan, Lokalmatador Rouben Houkes sowie die stets starken Starter aus Georgien, Südkorea und Japan. Interessant werde sein, ob Südkorea Choi Min-Hoo entsenden werde. Der Olympiasieger von Peking hat keine Weltranglistenpunkte und würde daher normal zugelost werden.

Filzmoser (LZ Multikraft Wels), die in der Klasse bis 57 kg startet, hat sich von ihren zwei Operationen Ende 2008 bestens erholt spürt im Mittelfuß keine Schmerzen mehr. “Ich bin körperlich wieder in Form und die Techniken passen ebenfalls wieder”, erzählte die Oberösterreicherin, die auf ihrem Weg zurück zuletzt mit guten Platzierungen in den Grand-Slam-Turnieren in Tunis (Zweite) und Rio de Janeiro (Dritte) bestätigt wurde.

Der Kampf um die Medaillen wird ein harter, weil einige Kämpferinnen von der 62-kg-Klasse ab- und einige von der 52-kg-Kategorie aufgestiegen sind. “Die Dichte ist dadurch recht hoch geworden”, so Filzmoser. “Sabsi” schätzt in erster Linie die Portugiesin Telma Monteiro, die als WM-Zweite und Europameisterin aus der 52er kam, die japanische Weltranglisten-Zweite Kaori Matsumoto, sowie die italienische Peking-Triumphatorin Giulia Qintavalle und die niederländische Olympia-Zweite Deborah Gravenstijn hoch ein.

Seine zweite WM nach 2007 (Siebenter in Rio) absolviert Andreas Mitterfellner (bis 66 kg/ASKÖ Pöls). Er sieht nach Olympia alles etwas lockerer und besuchte Kurse für die Ausbildung als Heilmasseur. “Weniger Judo ist oft mehr. Ich möchte vorne dabei sein, ein Top-5-Platz ist mein Ziel”, sagte Mitterfellner. Peter Scharinger (bis 73 kg/UJZ Mühlviertel) und Max Schirnhofer (bis 90 kg/Raika Flachgau) sind die WM-Debütanten im Team. “Ich möchte nach der WM sagen können, meine Leistung hat gepasst”, so Scharinger, und Schirnhofer glaubt, für “die eine oder andere Überraschung gut” zu sein.

(Quelle: S24)

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