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Jugend-Camp am Attersee: Sicherheit verschärft

Die Anschläge von Oslo werfen ihre Schatten auf das World Festival der IUSY (International Union of Socialist Youth), das kommende Woche in Weißenbach am Attersee stattfindet.

Zu dem IUSY-Festwerden 3.000 Jugendliche aus über 100 Ländern erwartet, hochrangige Politiker aus der Sozialdemokratie nehmen an Diskussionen teil. Derzeit werde gemeinsam mit dem Innenministerium ein zusätzliches Sicherheitskonzept erarbeitet, sagte der Sprecher der Sozialistischen Jugend (SJ), Boris Ginner, gegenüber der APA. Am Eröffnungsabend, am kommenden Montag, wird der Opfer des Massakers im Jugend-Camp der regierenden Arbeiterpartei bei Oslo gedacht, das über 80 Tote forderte.

Gedenkveranstaltung als Eröffnungszeremonie

"Sicherheitstechnisch machen wir uns keine Sorgen", dennoch werden nun zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen überlegt, so der SJ-Sprecher. Angesichts des "unfassbaren Massakers" wird am kommenden Montagabend, am Anreisetag des einwöchigen Festivals (25.-31. Juli), statt der Eröffnungszeremonie eine Gedenkveranstaltung mit Kerzen abgehalten, um der Jugendlichen zu gedenken, die auf der Insel Utöya vermutlich von einem rechtsextremen Einzeltäter getötet wurden. Aus Norwegen sollten etwa 80 Teilnehmer kommen, deren Absage werde nun nicht ausgeschlossen. Bisher habe es generell einige Absagen gegeben.

Bundeskanzler Faymann wird vor Ort sein

Ein Höhepunkt des IUSY World Festival, das nach 1929 und 1981 zum dritten Mal in Österreich veranstaltet wird, ist eine Diskussion am kommenden Dienstag, an der Bundeskanzler WernerFaymann (S), der deutsche SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und der Vorsitzende der schwedischen Sozialdemokraten, Hakan Juholt, teilnehmen. Ferner steht am Freitag laut einer SPÖ-Aussendung eine Diskussionsrunde mit dem bekannten Soziologieprofessor und Globalisierungskritiker Walden Bello, der US-Soziologin Saskia Sassen sowie mit Alt-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer auf dem Programm. Auch der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration Laszlo Andor, wird erwartet.

Im Vordergrund des Festivals wird die Frage der Verteilungsgerechtigkeit stehen. Laut Ginner wolle man "ein Zeichen gegen die Jugendarbeitslosigkeit setzen". Unter dem Motto "Tax the rich" soll für die weltweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer geworben werden. Weitere Schwerpunkte des Jugendtreffens sind Krisenherde, die Umbrüche in der arabischen Welt sowie der Friedensprozess im Nahen Osten, erklärte IUSY-Vizepräsident Sebastian Schublach im Vorfeld des Treffens. Unter anderen wird der frühere palästinensische Vize-Premier und Berater von Präsident Mahmoud Abbas, Nabil Shaath, sprechen.

Auch des 100. Geburtstags von BrunoKreisky soll gedacht werden. Der ehemalige sozialdemokratische Bundeskanzler habe schon 1929 das erste IUSY-Festival in Österreich mitorganisiert. Man wolle an die internationale Politik Kreiskys anknüpfen und Ideen für eine Sozialdemokratie des 21. Jahrhunderts entwickeln, sagte SJÖ-Vorsitzender Wolfgang Moitzi. Die Hauptkonferenz mit Faymann, Gabriel und Juholt setze daher an der legendären Achse Kreisky-Brandt-Palme an, um über die Zukunft der internationalen Sozialdemokratie zu diskutieren.

?Norwegen-Massaker erinnert an Franz Fuchs?

"Erschüttert über diesen feigen und hinterhältigen Ausbruch rechtsextremer Gewalt gegen unschuldige Menschen in Norwegen" äußerte sich namens der oberösterreichischen SPÖ Landeshauptmannstellvertreter Josef Ackerl, gemeinsam mit seinen Landesgeschäftsführern. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Opfern, deren Angehörigen und Freunden, sowie dem gesamten norwegischen Volk mit seiner Sozialdemokratie", heißt es in einer Aussendung. Die SPÖ-Politiker bekundeten den Opfern, deren Familien und insbesondere dem sozialdemokratischen Jugendverband Norwegens "Unterstützung und Solidarität in dieser schweren Zeit". Einmal mehr sei leider auch bewiesen, dass rechtsextreme Entwicklungen in der Politik häufig auch zu verabscheuungswürdigen Taten Einzelner oder kleiner Gruppen führen würden, wurde an die Verbrechen von Franz Fuchs erinnert.

Hinter dem Bombenanschlag auf das Regierungsviertel in Oslo und dem Massaker von Utöya vom Freitag mit insgesamt mehr als 90 Toten wird ein rechtsextremer Einzeltäter vermutet, der festgenommen wurde. (APA)

(Quelle: S24)

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