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Kaum Frauen in den Vorständen von Salzburgs 20 größten Unternehmen

Ein Test der Arbeiterkammer (AK) Salzburg hat ergeben, dass in den 20 größten Unternehmen in Salzburg kaum Frauen in den Vorständen sitzen.

100 Jahre nach dem 1. Frauentag ist die Gleichstellung von Männern und Frauen noch immer nicht erreicht. Dies zeigt sich zum Beispiel beim Anteil der Frauen in Führungspositionen. Obwohl Frauen beim Bildungsniveau massiv aufgeholt haben und bei den jüngeren Jahrgängen Frauen über höhere Bildungsabschlüsse verfügen als Männer, sind zu wenig Frauen in Führungspositionen in SalzburgsUnternehmen zu finden.

?Bei den untersuchten 20 größten privatwirtschaftlichen Unternehmen im Bundesland Salzburg liegt der Anteil der weiblichen Vorstände bei mageren 7,4 Prozent?, kritisiert Frauenreferentin Stephanie Posch. Der Anteil an weiblichen Geschäftsführerinnen ist sogar noch niedriger und beträgt nur 5,3 Prozent.

Männer bleiben auch im Aufsichtsrat unter sich. Im Bundesland Salzburg ist nur jedes zehnte Aufsichtsratmitglied eine Frau. Da die Versprechungen der Wirtschaft leer blieben, fordert Posch die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote von mindestens 40 Prozent. ?Viele Frauen sind bestens ausgebildet und wollen Verantwortung übernehmen. Die Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen ist eine Frage der Gerechtigkeit. Ohne Quote wird es nicht gehen, davon bin ich überzeugt?.

Gesetzliche Frauenquote notwendig

Die enttäuschende Entwicklung macht deutlich, dass freiwillige Selbstverpflichtungen im unverbindlichen Corporate Governance Codex nicht ausreichen, um die Gleichstellung von Frauen in Führungspositionen zu erreichen. ?Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Selbstregulierung versagt und nur eine gesetzliche Regelung den gewünschten Erfolg bringt?, sagt Posch.

Norwegen, Spanien und Frankreich haben dies bereits erkannt und die entsprechenden Gesetze beschlossen. Auch in Österreich sollte nun rasch gehandelt werden.

Die AK Salzburg fordert daher:

Die Einführung einer gesetzliche Frauenquote von 40 Prozent bei der Besetzung von Führungsgremien. Seit der Einführung einer Geschlechterquote in Aufsichts- und Verwaltungsräten in Norwegen gibt es bereits deutliche Erfolge: Der Frauenanteil in liegt dort 2010 bei 39 Prozent. Die legistische Umsetzung einer Frauenquote in Österreich im Aktien- und GmbH Gesetz sollte rasch erfolgen, Übergangsfristen zur Umsetzung in den Unternehmen sollten nicht länger als drei Jahre betragen. Zunächst sollen börsennotierte Gesellschaften, Unternehmen im öffentlichen Interesse und Unternehmen, die mehrheitlich der öffentlichen Hand gehören, erfasst werden, später dann alle großen Kapitalgesellschaften. Bei Nichteinhaltung sollen spürbare Strafen und eine Eintragung im Firmenbuch als Sanktionen dienen.

Darüber hinaus verlangt die AK eine zertifizierte, an eine offizielle Stelle angebundene Datenbank, die qualifizierte Frauen listet, die für die Tätigkeit im Aufsichtsrat, Vorstand oder Geschäftsführung zur Verfügung stehen und empfohlen werden. Bei der Bestellung von Führungspositionen steht den Unternehmen dann ein umfassender Pool an kompetenten, hochqualifizierten Frauen zur Verfügung.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 23.08.2019 um 03:17 auf https://www.salzburg24.at/archiv/kaum-frauen-in-den-vorstaenden-von-salzburgs-20-groessten-unternehmen-59185360

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